Kommentar

Glück sucht Nähe

Deutschland steigt im Weltglücksbericht auf. Doch viele Menschen, vor allem Junge, fühlen sich einsam. Der Bericht zeigt: Nicht Klicks machen glücklich, sondern echte Nähe – und die schwindet.
Von Norbert Schäfer
Luftballons fliegen in den Himmel


Im „World Happiness Report 2026“ (Weltglücksbericht) hat sich Deutschland deutlich verbessert und steigt im Länderranking auf Platz 17. Damit liegt es wieder im oberen Mittelfeld. Vor zwei Jahren lag unser Land noch auf Platz 24. Auf Platz 1 liegt Finnland.

Der aktuelle Weltglücksbericht beleuchtet in besonderem Maß, wie soziale Medien das Empfinden von Glück beeinflussen. Dem Bericht zufolge ist „die Art der Nutzung sozialer Medien entscheidend für das Wohlbefinden.“ Übersetzt heißt das: Es kommt darauf an, wie Menschen das Netz nutzen. „Übermäßige Nutzung sozialer Medien scheint das Glück zu verringern“, lautet es in dem Report. Mit anderen Worten: Viel Nutzung schadet. Und der Bericht offenbart: Vor allem junge Menschen fühlen sich weniger glücklich.

Wer lange online ist, fühlt sich oft einsam. Der Blick auf die perfekt inszenierten Influencer-Scheinwirklichkeiten, die jungen Menschen in sozialen Medien vorgegaukelt werden, verstärkt den Druck zusätzlich.

Der Bericht der Wissenschaftler bestätigt im Kern eine alte Wahrheit. „Es ist nicht gut, dass der Mensch allein ist“ (1. Mose 2,18), weiß die Bibel. Der Mensch lebt von Beziehung. Er braucht Liebe, Geborgenheit, Vertrauen, Nähe. Aber Bilder und Likes ersetzen kein Gegenüber. Der christliche Glaube stellt Beziehung in die Mitte. Die Beziehung zu Gott und zu den Menschen. Glaube schafft Gemeinschaft. Das trägt im Alltag. Der Bericht legt nahe: Verbindung macht glücklich. Glück wächst dort, wo Menschen einander tragen. Der Glaube sagt: Du bist verbunden. Was für ein Glück!

Es deutet aber auch vieles darauf hin, dass immer weniger Menschen im Land diese Verbundenheit, die der Glaube schenken kann, länger aufrechterhalten möchten. Im vergangenen Jahr haben rund 1,2 Millionen Menschen den Kirchen den Rücken gekehrt, wie am Montag die Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) und die katholische Deutsche Bischofskonferenz mitgeteilt haben. Der Glaube erodiert zusehends – und mit ihm die Verbundenheit zur Kirche, womöglich auch zu Mitmenschen. Das darf man durchaus als schieres Unglück bezeichnen.

In dem misslichen Umstand liegt auch eine Chance. Die Kirchen könnten neu zeigen, was ihr Kern ist. Wo das Evangelium wieder in das Zentrum rückt und der christliche Glaube gelebt wird, können echte Nähe, gelebte Gemeinschaft und damit neues Glück wachsen.

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