Der Unternehmensberater André Häusling fordert ein Umdenken bei Kirchen und Gemeinden angesichts einer komplexen Welt. Alte Denkmuster stoßen in unserer heutigen Zeit an ihre Grenzen, sagte er am Freitag auf dem „Leitungskongress Willow Creek“ in Dortmund. „Wir brauchen eine andere Art und Weise, Kirchen und Gemeinden zu denken“. Anstatt in Regeln und Richtlinien zu denken, plädiert er für Prinzipien und Visionen.
Gemeinden müssten deswegen Zukunft, Leitung und Zusammenarbeit anders denken. So müssten Kirchen in einer komplexen Welt lernen, Spannungsfelder auszuhalten. „Es gibt nicht mehr entweder oder.“ Vielmehr existierten scheinbare Widersprüche zeitgleich. Kirche müsse Agilität, aber auch Stabilität leben. Ebenso brauche es kurzfristige und langfristige Lösungen.
Ebenso müsse sich das Verständnis von Leitung verändern. Häusling plädiert deswegen für eine Verteilung von Führungsrollen, um Machtkonzentrationen zu vermeiden und Lasten zu verteilen. Damit einher gehe müsse eine Professionalisierung von Führung. Menschen sollten befähigt werden, Eigenverantwortung zu übernehmen. Zudem bemängelt der Unternehmensberater fehlende Wertschätzungen von Leitern für die Arbeit von anderen.
Willow Creek Deutschland (WCD) ist nach eigenen Angaben die „führende Ermutigungs- und Inspirationsplattform“ für Gemeinden und Non-Profit-Organistationen. Der Kongress richtet sich an Christen, die ihren Glauben neu beleben und ihre Fähigkeiten weiterentwickeln und die Zukunft der Kirche mitgestalten möchten. WCD motiviert haupt- und ehrenamtliche Kirchen- und Gemeindemitarbeiter auf Kongressen und durch Literatur für ihre Dienste.