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455 Migranten an Bord der Sea-Watch 4

Seenotretter nehmen im Mittelmeer Hunderte Migranten an Bord. Rund 500 erreichen aus eigener Kraft Lampedusa, während Sea-Watch Misshandlungen von Flüchtlingen durch die libysche Küstenwache dokumentiert.
Von epd
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Sea-Watch 4

  • Chris Grodotzki
Die Sea-Watch 4 sucht nach einem sicheren Hafen

Das Seenot-Rettungsschiff Sea-Watch 4 hat nach dem sechsten Rettungseinsatz im südlichen Mittelmeer binnen drei Tagen 455 Migranten an Bord. In der Nacht auf Sonntag rettete die Besatzung weitere 51 Personen, teilte Sea-Watch auf Twitter mit. Das Schiff benötige dringend einen sicheren Hafen für die an Bord befindlichen Geretteten.

Die Besatzung wurde überdies Zeuge von Misshandlungen von Geflüchteten durch die libysche Küstenwache. Sea Watch veröffentlichte auf Twitter ein Video, auf dem Personen, die den von der EU geförderten libyschen Einheiten angehören sollen, von einem Motorboot aus auf Menschen in einem Schlauchboot einschlagen, um sie zur Umkehr zu zwingen. Derweil erreichten 532 Migranten auf vier Booten die Insel Lampedusa.

Die „Ocean Viking“ von der Organisation SOS Méditerranée brachte unterdessen 236 Geretteten in den Hafen von Augusta in Sizilien. Die Besatzung hatte die Menschen am Dienstag vor der libyschen Küste aus zwei überfüllten Schlauchbooten an Bord geholt. 114 von ihnen sind den Helfern zufolge unbegleitete Minderjährige.

„Die Überlebenden sind erleichtert, endlich an einen sicheren Ort zu kommen“, erklärte Verena Papke, Geschäftsführerin von SOS Méditerranée Deutschland. Bei den Rettern hinterlasse allerdings das Erlebnis des Schiffbruchs mit 130 Toten in der vergangenen Woche Trauer und Bitterkeit. „Sie haben das dringende Bedürfnis, Europas Öffentlichkeit über die schockierende Realität, die sie im Mittelmeer erlebt haben, aufzuklären“, sagt Verena Papke.

Innerhalb einer Woche sei SOS Méditerranée mehrfach „Zeugin der europäischen EU-Abschottungspolitik geworden“, hieß es weiter: „Ein Schiffbruch ohne Überlebende, die Rettung von 236 Menschen aus zwei seeuntauglichen Schlauchbooten und mehrere Rückführungen der libyschen Küstenwache, die Menschen auf der Flucht abfängt und rechtswidrig in das Bürgerkriegsland zurückschleppt.“

Europa dürfe angesichts immer wiederkehrender Schiffsunglücke nicht länger untätig bleiben, so Papke: „Die gezielte Unterstützung von illegalen Zwangsrückführungen nach Libyen muss beendet werden.“ Die EU müsse zu ihren eigenen rechtsstaatlichen Prinzipien stehen, um diese Katastrophe jetzt zu stoppen, fügte Papke hinzu.

2021 sind fast 600 Menschen gestorben

SOS Méditerranée ist eine europäische Organisation mit Vereinen in Deutschland, Frankreich, Italien und der Schweiz, die gemeinsam die „Ocean Viking“ betreiben. Das Schiff fährt unter norwegischer Flagge.

Die Sea-Watch 4 wurde im vergangenen Jahr mithilfe von kirchlichen Spenden zur Rettung von Flüchtlingen ins Mittelmeer geschickt. Nach ihrer ersten Rettungsmission wurde sie im Hafen von Palermo festgesetzt und erst im März durch einen Gerichtsbeschluss wieder freigegeben. Betreiber ist der 2015 gegründete Berliner Verein Sea-Watch.

Das Mittelmeer gilt als eine der gefährlichsten Migrationsrouten der Welt. Seit Jahresbeginn kamen nach UN-Angaben bei dem Versuch, auf diesem Wege nach Europa zu gelangen, bereits 599 Menschen ums Leben. Im gleichen Zeitraum 2020 waren es 278.

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Eine Antwort

  1. Ausnahmslos zurück nach Libyen. Die Menschen sind freiwillig durch halb Afrika gezogen bis nach Libyen. Es wird keiner gezwungen dort zu bleiben. Es sind die Versprechungen der Schlepper und die grossen Boote, die wenige Seemeilen auf die Aufnahme warten, die diese Menschen anlocken. Das Asylrecht wird missbraucht, denn in der Regel handelt es sich um Wirtschaftsflüchtlinge. Europa und speziell Deutschland kann nicht den Geburtenüberschuss Afrikas hier aufnehmen und versorgen. Die Länder sind erstmal selber in der Pflicht ihre Einwohner zu schützen. Wo sind die Millarden Spendengelder und die Entwicklungshilfe geblieben? Alles verpufft. So kann es nicht weitergehen.

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