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Zusammen lachen statt allein jammern

Sie singen in ausverkauften Sälen über Familienalltag und Haushaltsfrust. Die Musik-Kabarettistinnen "Die Mütter" wollen mit ihrem aktuellen Programm nicht nur Frauen zum Lachen bringen, sondern die Leistung von Müttern und die Bedeutung der Familie heraus stellen. Die Kabarettistinnen Thea Eichholz, Carola Rink und Margarete Kosse über ihre neue CD "Wir meinen`s doch nur gut", mit der sie zurzeit durch Deutschland touren.

Von PRO

Foto: Gerth Medien, Jörg Steinmetz

Ihre Konzerte sind so gut wie immer ausverkauft. Was fasziniert die Besucher so am Programm der "Mütter"?

Carola Rink: Ich glaube, wir treffen einfach den Nerv vieler Frauen. Sie merken, dass sie nicht allein sind, das tröstet, denn: Es ist doch schöner, über Alltagssituationen gemeinsam zu lachen, als allein zu stöhnen.

Thea Eichholz: Die Frauen kennen das ja nur zu gut, worüber wir singen. Wenn man sich zum tausendsten Mal sagen hört: "Räum die Stiefel endlich weg! Haben wir etwa Nikolaus?!", bietet es sich geradezu an, ein Kabarett draus zu machen. Es ist wirklich so: Unsere Lieder und Dialoge entstehen aus unserem Alltag heraus. Wir schreiben, spielen und singen Dinge, die uns als Mütter und auch als Frauen beschäftigen!

Margarete Kosse: Viele Frauen sagen uns nach dem Auftritt, es hätte ihnen so gut getan, über ihren eigenen Alltag mal richtig zu lachen.

Haben Mütter es heute denn nicht viel besser als ihre eigenen Mütter?

Carola Rink: Ja und nein. Jede Zeit hat ihre eigenen Herausforderungen. Wir profitieren ganz klar von vielen technischen Errungenschaften, die vielen Haushaltsgeräte erleichtern den Alltag. Andererseits ist es heute schwerer als früher, denn Mutter zu sein, ist gesellschaftlich nicht besonders anerkannt.

Familie ist in den vergangenen Jahren ein politisches Thema geworden. Da ging es um Betreuungsgeld und Vätermonate. Diese Themen greifen Sie nicht auf, thematisieren dafür aber die Frisur der Familienministerin und das Outfit der Bundeskanzlerin. Sind "Die Mütter" unpolitisch?

Thea Eichholz: Wir machen kein politisches Kabarett, das heißt aber nicht, dass uns Politik nicht interessiert. Wir greifen diese Äußerlichkeiten auf, weil wir beobachten, dass Frauen – ob in Politik oder Wirtschaft – oftmals auf solche reduziert werden. Was wir tun, kann man auch als Beitrag zur gesellschaftspolitischen Diskussion verstehen: Wir wollen den Wert der Familienarbeit, das was eine Mutter leistet, in einem anderen Licht darstellen.  Das ist uns sehr wichtig. Wir wollen dazu beitragen, dass Frauen auch sagen können: es ist ein toller Beruf, Familienfrau zu sein.

Sollten Frauen Ihrer Ansicht nach politisch aktiver sein?

Thea Eichholz: Politisch aktiv zu sein bedeutet ja nicht nur, die Klappe aufzureißen und zu diskutieren. Politisches Engagement  kann breit gefächert sein und auf verschiedenen Ebenen stattfinden.  Auch jemand, der in der Kirchengemeinde ehrenamtliche Aufgaben wie beispielsweise Jugendarbeit übernimmt, tut damit etwas für die Stadt, in der er lebt.

In Ihren Liedern kümmert sich die Frau um den Haushalt, der Mann arbeitet außer Haus. Bedient  das nicht ein Klischee? Hat sich die Rollenverteilung in der Familie in den vergangen Jahren  nicht etwas verändert?

Margarete Kosse: Kabarett spitzt die Themen ja immer zu. Ich bin kein Freund von gesellschaftlich festgelegten Rollenbildern. Wenn eine Frau berufstätig sein möchte, ist es die Aufgabe jeder Familie, den Alltag verantwortungsvoll nach eigenen Maßstäben zu regeln. Nicht nach den ungeschriebenen Regeln der Gesellschaft oder mancher christlicher Kreise.

Carola Rink: Andererseits ist heutzutage ja fast peinlich, wenn man als Frau nicht berufstätig ist, sondern sagt: "ich kümmere mich um mein Kind." Da kommen verständnislose Reaktionen aus dem Umfeld. Das ist das andere Extrem, das ich öfters erlebt habe.

In eurem Programm gibt es auch ernste Töne, Sie reden etwa von schwierigen Zeiten und auch über den Glauben. Welche Erfahrungen machen Sie damit?

Thea Eichholz: Das kommt auf die Art der Veranstaltung an. In einer Kirchengemeinde wundert es niemanden, wenn wir über Gott reden oder singen. Bei anderen Veranstaltern wurden wir im Anschluss oft angesprochen. Einige Zuhörer reagierten erstaunt, dass man ernsthafte Dinge von sich preisgibt. Manche waren unsicher, aber auch neugierig. Dann kommt die Frage: Warum erzählen Sie sowas? Es scheint auch eine gewisse Faszination zu sein, dass sich heute noch jemand traut, in der Öffentlichkeit über Gott und den Glauben zu reden.

Margarete Kosse: Glaube gehört unweigerlich zu unserem Leben dazu, deshalb gehört er auch mit auf die Bühne. Aber es ist eine Herausforderung. Ich bewundere Menschen wie beispielsweise Hans Dieter Hüsch, der es schaffte, Gott auf eine ganz selbstverständliche Weise einen Platz auf der Bühne bereiten.

Vielen Dank für das Gespräch!




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