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Zeit für Familien wichtiger als Geld

Mütter und Väter in Deutschland wünschen sich mehr Zeit für ihre Kinder. Dies geht aus dem Familienbericht einer unabhängigen Kommission von Wissenschaftlern hervor, den diese in Berlin an Bundesfamilienministerin Kristina Schröder übergaben.
Von PRO

Foto: fotolia / Monkey Business

"Die Leitwährung moderner Familienpolitik ist Zeit", sagte Ministerin Schröder (CDU) bei der Übergabe des Berichtes am Freitag in Berlin. Zeit sei für viele Eltern wichtiger als der Wunsch nach mehr Geld oder besserer Kinderbetreuung.

63 Prozent der Väter und 37 Prozent der Mütter mit minderjährigen Kindern können sich nach eigenen Angaben aus Zeitgründen zu wenig um ihren Nachwuchs kümmern. 40 Prozent der Familien mit Kindern fühlen sich "oft oder immer" unter Zeitdruck. Bei alleinerziehenden Müttern steht sogar jede zweite unter einem solchen Dauerstress. Auch aus Sicht der Kinder im Alter zwischen sechs und elf Jahren haben zwei Drittel ihrer Väter und ein Drittel der Mütter zu wenig Zeit für sie.

Während Väter oft mehr arbeiten müssen, als es ihren Wünschen entspricht, würden 28 Prozent der Frauen mit einer Teilzeitstelle gern mehr arbeiten, wenn dies besser mit der Familienbetreuung vereinbar wäre. Weitere Details verrät das Bundesfamilienministerium Anfang 2012. Dann soll der Familienbericht der Bundesregierung veröffentlicht werden.

Mehrfachbelastung bewirkt Unzufriedenheit


Zu anderen Ergebnissen kam die Studie "Wie viel Familie verträgt die moderne Gesellschaft?" des Roman Herzog Instituts: Frauen, die nicht arbeiten, sind glücklicher als erwerbstätige Frauen, so das Ergebnis einer Studie. Dagegen seien Männer ohne Job unzufrieden. Für sie hat Arbeit eine identitätsstiftende Bedeutung. In der Studie wertete das Institut unter anderem Daten des sozio-oekonomischen Panels (EOEP) zur Zufriedenheit zur Lebenszufriedenheit der deutschen Bevölkerung aus. Dass nichterwerbstätige Frauen zufriedener als ihre erwerbstätigen Geschlechtsgenossinnen sind, erklären die Experten mit den Auswirkungen der Doppelbelastung. Laut einer Studie des Institutes für Demoskopie in Allensbach bewältigen über drei Viertel der Mütter den größeren Teil an Erziehung und Hausarbeit. Bei den Vollzeitberufstätigen kümmert sich jede zweite Frau neben dem Beruf hauptverantwortlich um Hausarbeit und Erziehung. Diese Mehrfachbelastung bedeute nicht nur mehr Arbeit und Stress, sondern führe auch zu einer Vernachlässigung sozialer Kontakte und Freundschaften. Dies wirke sich wiederum negativ auf die Zufriedenheit aus.

Frauen definieren sich laut der Analyse viel weniger über ihr Beschäftigungsverhältnis, als Männer dies tun. Nichterwerbstätigkeit bei Frauen aufgrund familiärer Pflichten wie Kindererziehung oder Pflege eines Angehörigen sei gesellschaftlich akzeptiert. Dagegen würden Männer, die aufgrund familiärer Verpflichtungen nicht erwerbstätig sind, von der Gesellschaft weniger akzeptiert und fühlten sich in dieser Rolle unzufriedener als in der bekannten Versorgerrolle für die Familie. Eine Nichterwerbstätigkeit des Mannes stelle seine soziale Identität infrage.

Laut den Experten des Roman Herzog Instituts sind neue Formen der gemeinsamen Erziehungsverantwortung von Eltern und gesellschaftlichen Institutionen erforderlich. Das Instititut sieht Familienförderung als wichtige Aufgabe von Staat und Unternehmen. (pro/dpa)


http://www.romanherzoginstitut.de/publikationen/details/?no_cache=1&tx_mspublication_pi1%5BshowUid%5D=93&cHash=926e37007b9b3209bb879addca9e5ddb
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