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ZDF-Intendant skeptisch gegenüber eigenem Metier

ZDF-Intendant Thomas Bellut hat schlechte Erfahrungen mit Interviews gemacht. Wenn man 20 Minuten befragt werde, von denen nur zehn Sekunden gesendet würden, könne man nicht gut aussehen.
Von PRO

Foto: ZDF / Carmen Sauerbrei

ZDF-Intendant Thomas Bellut ist aufgrund eigener Erfahrungen als Befragter zunehmend skeptisch gegenüber der eigenen Branche. „Wenn sie ein Dutzend Unkorrektheiten in der Berichterstattung erlebt haben, sind sie natürlich auch irritiert“, sagte Bellut am Donnerstagabend in Stuttgart. Damit spielte der 58-Jährige auf die Berichterstattung über den Verdacht der Schleichwerbung bei der ZDF-Show „Wetten, dass..?“ an. Wenn man 20 Minuten befragt werde, von denen nur zehn Sekunden gesendet würden, könne man nicht gut aussehen. Insofern könne er Klagen von Politikern über verkürzte Aussagen jetzt besser verstehen, sagte Bellut vor rund 200 Zuhörern bei einer Veranstaltung im Stuttgarter Landtag.

Es verändere die Perspektive auf den Journalismus, wenn man Gegenstand der Berichterstattung sei und nicht derjenige, der das Mikrofon halte. „Ich könnte meinen früheren Beruf nicht mehr so unbefangen ausüben, wie ich es damals gemacht habe“, sagte der ehemalige Politikfachmann. Grundsätzlich vermisse er bei vielen Recherchen die anfängliche „journalistische Unschuldsvermutung“. Sei erst einmal ein Verdacht formuliert, sehe es für den Betroffenen schlecht aus. Das Tempo, mit dem sich auch nur angebliche Skandale ausbreiteten, lasse kaum noch Verteidigungsmöglichkeiten zu. Er nehme das ZDF aus seiner Kritik nicht aus, betonte Bellut. Es sei Aufgabe des Intendanten, auch im eigenen Haus immer wieder Fragen zu stellen. (dpa)

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