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Yoga als christliche Gottesbegegnung?

In der Oberpfalz hat ein Pfarrer seine Kirchengemeinde vor den Folgen von Yoga gewarnt. Dass bei der Ausübung der hinduistischen Praxis jedoch stark unterschieden werden müsse, meint Kai Funkschmidt von der Evangelischen Zentralstelle für Weltanschauungsfragen (EZW) in Berlin.
Von PRO
Yoga in Kirchen ist möglich, meint Kai Funkschmidt von der EZW
Yoga in Kirchen ist möglich, meint Kai Funkschmidt von der EZW
„Grundsätzlich sollte man Yoga im westlichen Gebrauch nicht sofort verdammen“, sagte Funkschmidt gegenüber pro. „Es steht außer Frage, dass Hinduismus schlecht vereinbar mit dem Christentum ist. Jedoch ist Yoga vielerorts lediglich ein moderner Begriff für Gymnastik und in der Praxis häufig gar nicht mit hinduistischen Inhalten gefüllt.“ In der Gemeinde Pfüchersreuth in der Oberpfalz hatte Pfarrer Manfred Wundlechner kürzlich vor Yoga gewarnt, da die „Praxis des Yoga für Christen im heidnischen Bereich“ liege. Wer sich ernsthafter mit dem Thema befasse, werde „rasch den Atem des Hinduismus spüren“. In einem Pfarrbrief an seine Gemeinde schrieb Wundlechner: „Yoga wird heute vielfach sehr harmlos dargestellt. Der Einstieg wird einem sehr leicht gemacht. Vielleicht lachen Sie mich jetzt aus, wenn ich Sie bitte, dem lebendigen dreifaltigen Gott treu zu blieben, damit Sie am Ende nicht alles verlieren.“ Bei der ortsansässigen Volkshochschule, die Yogakurse anbietet, stieß dies auf Kritik, berichtet die regionale Tageszeitung „Der neue Tag“.

Eigene Haltung der Kirche wichtig

„In Kirchenräumen wird Yoga problematisch, wenn es Verkündigungscharakter hat, denn die Kirche soll Jesus Christus verkünden. Darauf muss Verlass sein“, sagte Funkschmidt von der EZW. Im Hinduismus sei Yoga eine körperliche Art der Religionsausübung. „In der christlichen Tradition spielt diese Form der Religionsausübung eine geringe Rolle. Das wiederum macht Yoga für manche Christen interessant.“ Zu unterscheiden sei daher, ob Yoga als Gymnastik oder aber als hinduistische Glaubenserfahrung gelehrt werde. Es gebe beispielsweise auch Kirchengemeinden, die Yogakurse anböten oder ihre Gemeinderäume dafür bereitstellten. „Wichtig ist ein positiv-offensiver Umgang mit dem Thema“, sagte der Theologe von der EZW. Die Evangelische Zentralstelle für Weltanschauungsfragen gilt als zentrale wissenschaftliche Studien-, Dokumentations-, Auskunfts- und Beratungsstelle der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) für religiöse und weltanschauliche Strömungen der Gegenwart. (pro)
https://www.pro-medienmagazin.de/kultur/buecher/detailansicht/aktuell/gefangen-in-der-esoterik-79981/
https://www.pro-medienmagazin.de/gesellschaft/detailansicht/aktuell/yoga-pflicht-fuer-christliches-kind-80355/
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