„yeet“-Netzwerk kritisiert neues evangelisches Gesangbuch

In einem Beitrag auf Instagram kritisieren christliche Creator das neue evangelische Gesangbuch. Die Kritik richtet sich gegen Künstler wie die O’Bros und Johannes Hartl. Dieser reagierte direkt.
Von Martin Schlorke
Evangelisches Gesangbuch

Die evangelische Kirche arbeitet an einem neuen Gesangbuch. Nach einer Erprobungsphase soll dieses ab 2029 zum Einsatz kommen. Doch schon jetzt gibt es in den sozialen Medien Kritik an der vorläufigen Liederliste.

Das christliche Creator-Netzwerk „yeet“, das Teil des Gemeinschaftswerks der Evangelischen Publizistik (GEP) ist, hat vergangene Woche einen Post veröffentlicht, in dem sieben christliche Creator ihre Kritik an der vorläufigen Liederliste äußern. Darunter die Theologen Sarah Vecera und Quinton Ceasar, sowie die Influencerin Daniela-Marlin Jakobi.

In dem Post kritisieren sie, dass Lieder des katholischen Theologen und Gebetshaus-Gründers Johannes Hartl, der Sängerin Mia Friesen und der christlichen Rapper Alex und Maxi Oberschelp im neuen Gesangbuch vorkommen. Hartl wird unter anderem von Pfarrer Nico Buschmann vorgeworfen, sich über die historisch-kritische Bibelauslegung lustig zu machen.

Hartl reagierte in der Kommentarspalte prompt auf die Kritik und warf den Verfassern wiederum vor, nicht tolerant zu sein: „Doch wollt Ihr toleranten Menschen wirklich (…) die theologischen Überzeugungen oder den Lebenswandel jedes Songwriters auf Reinheit scannen?“

In weiteren Slides des Posts werden ohne explizite namentliche Nennung Autoren kritisiert, die marginalisierte Gruppen schwächen würden. Ceasar etwa erklärt: „Wenn Lieder von Menschen in das Gesangbuch aufgenommen werden, die queere Menschen entwürdigen, rechte Positionen stärken oder geistlichen Schaden mitproduzieren – dann ist das keine Geschmacksfrage.“   

Mehr als 500 Kommentare finden sich mittlerweile unter dem Post. Viele stimmen den sieben Autoren zu, es gibt aber auch kritische Stimmen, die das „pauschale Canceln“ unter Christen kritisieren. Andere Nutzer fordern vom yeet-Netzwerk, Künstler und Lieder zu trennen. Andernfalls müsse man etwa wegen seines Antijudaismus auch Lieder des Reformators Martin Luther streichen.

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Für das neue Gesangbuch wurden mehr als 17.000 Lieder gesichtet. Rund 1.200 haben es in die vorläufige Liste geschafft. Davon soll nur knapp die Hälfte Eingang ins neue Gesangbuch finden. Eine Entscheidung über die finale Liederliste soll 2027 fallen.

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