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Wolfgang Huber zur Steinmeier-Debatte: „Kein falsches Zeugnis reden!“

Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier war Anfang der Woche wegen seiner Grußworte an den Iran in die Kritik geraten. Nun äußert sich der ehemalige Ratspräsident der Evangelischen Kirche in Deutschland, Wolfgang Huber, zur Debatte.
Von PRO
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Der ehemalige Ratspräsident der Evangelischen Kirche in Deutschland, Wolfgang Huber, antwortet in einem Gastbeitrag in der Tageszeitung Die Welt auf einen Beitrag des Pfarrers Steffen Reiche zur Debatte um das Glückwunschschreiben Frank-Walter Steinmeiers an den iranischen Präsidenten

Foto: pro/Martina Blatt

Der ehemalige Ratspräsident der Evangelischen Kirche in Deutschland, Wolfgang Huber, antwortet in einem Gastbeitrag in der Tageszeitung Die Welt auf einen Beitrag des Pfarrers Steffen Reiche zur Debatte um das Glückwunschschreiben Frank-Walter Steinmeiers an den iranischen Präsidenten

Steinmeier hatte zum Nationalfeiertag „herzliche Glückwünsche” an das iranische Regime gesendet, die er „auch im Namen“ seiner „Landsleute“ übermittelte. Terrorfinanzierung durch den Iran, Verfolgung von Minderheiten oder Vernichtungsdrohungen gegen Israel erwähnte er nicht. Der Nationalfeiertag fiel zusammen mit dem 40. Jubiläum der islamischen Revolution, bei der die Ajatollahs die Macht im Iran ergriffen hatten. In den vergangenen Tagen kursierte im sozialen Netzwerk Twitter #NichtInMeinemNamen zeitweise als meistgenutzter Hashtag in Deutschland. Viele Bürger waren irritiert wegen des Schreibens.

Der evangelische Pfarrer Steffen Reiche hatte in der Tageszeitung Die Welt Steinmeiers Glückwünsche an den Iran ebenfalls scharf kritisiert. Der ehemalige Ratspräsident der Evangelischen Kirche in Deutschland, Wolfgang Huber, antwortete darauf nun in einem Gastbeitrag in der Zeitung.

Huber mahnte, das achte Gebot einzuhalten: „Es heißt: Du sollst kein falsches Zeugnis reden wider Deinen Nächsten. Der Reformator Martin Luther hat aus diesem Gebot die Pflicht abgeleitet, andere nicht zu verleumden, sondern das, was sie gesagt haben, zum Besten zu kehren.“ Der Pfarrer Steffen Reiche habe mit seinem Welt-Text gegen dieses Gebot verstoßen, schreibt Huber.

Steinmeiers Glückwunschtelegramm an den Staatspräsidenten des Iran sei „kein Telegramm an die Ajatollahs, sondern an den Staatspräsidenten“, so Huber. „Ungewöhnlich“ am Telegramm sei die Aufforderung an den iranischen Präsidenten Hassan Ruhani, auf die kritischen Stimmen im eigenen Land zu hören. „Das könnten auch Kritiker würdigen, selbst wenn es ihnen nicht weit genug geht.“

Pfarrer Reiche irre mit seiner Behauptung, es handle sich um eine erstmalige Gratulation. Huber: „Es handelt sich um eine ständige Übung – und dies natürlich keineswegs nur gegenüber dem Iran.“ Huber fährt fort: „Absolut peinlich ist es, wenn Steffen Reiche den Bundespräsidenten seiner Sympathie versichert, um anschließend das Präsidium des Deutschen Evangelischen Kirchentags aufzufordern, ihn nicht zum Kirchentag in Dortmund einzuladen. Eine derartige Analogie zum Ausschluss von Vertretern der AfD vom Kirchentag fällt auf den zurück, der sie ausspricht. (…) Als ob Steinmeiers Telegramm das wichtigste Thema für einen Kirchentag im Jahr 2019 wäre.“

Von: Jörn Schumacher

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