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Wofür die Deutschen spenden

Die Spendensumme der Deutschen ist im vergangenen Jahr um zwölf Prozent gestiegen. Die Zahl der Spender stagniert allerdings. 5,5 Milliarden Euro haben die Deutschen für gute Zwecke ausgegeben. Gründe dafür sind das Erdbeben in Nepal und die Flüchtlinge.
Von PRO
5,5 Milliarden Euro ihres eigenen Geldes haben die Deutschen im vergangenen Jahr für gute Zwecke gespendet

Foto: M. Schuppich / fotolia

5,5 Milliarden Euro ihres eigenen Geldes haben die Deutschen im vergangenen Jahr für gute Zwecke gespendet
Die Deutschen haben 2015 insgesamt 11,7 Prozent mehr Geld gespendet als im Vorjahr. 5,5 Milliarden Euro gingen an gemeinnützige Organisationen oder Kirchen. Dies geht aus der „Bilanz des Helfens“ des Deutschen Spendenrates hervor, die in Berlin vorgestellt wurde. Die höchsten Zuwächse von fast 500 Millionen Euro verzeichnet die humanitäre Hilfe. Vor allem das Erdbeben im Mai in Nepal und die Flüchtlingskrise in Deutschland sorgten für eine gestiegene Hilfsbereitschaft. Die Deutschen haben bevorzugt in den Monaten Mai, September und Dezember gespendet. Dies hat die Gesellschaft für Konsumforschung (GfK) für den Deutschen Spendenrat herausgefunden und 10.000 Menschen schriftlich befragt.

Zahl der Spender stagniert

Unterschiedliche Aussagen finden sich zur Zahl der Spender. Die Frankfurter Allgemeine Zeitung schreibt, dass 2015 300.000 Menschen höhere Summen gespendet haben als im Vorjahr. „Es gibt aber letztendlich nicht mehr Spender“, wird die GfK-Verantwortliche Gertrud Bohrer bei der Vorstellung der Ergebnisse in Berlin von der Süddeutschen Zeitung zitiert. Die Spendenhäufigkeit stieg laut Bohrer auf 6,6 Spenden pro Person, der durchschnittliche Betrag jeder Spende erhöhte sich leicht auf 37 Euro. Nach wie vor stagniere die Zahl der Spender. Nach der Tsunami-Katastrophe 2005 hätte noch jeder zweite Deutsche gespendet, mittlerweile sei es nur noch jeder Dritte. Vor allem die Dauerspender seien für das Ergebnis verantwortlich. Die über 70-Jährigen sind für gut 40 Prozent der Gesamtsumme verantwortlich. Weitere 20 Prozent tragen die 40- bis 49-Jährigen dazu bei.

Flüchtlinge: Nachteile für Deutsche befürchtet

Gespendet wurde in erster Linie für humanitäre und soziale Projekte. Die Bedeutung der kirchlichen und der wichtigsten nicht konfessionellen Organisationen ist wieder angestiegen. Im katholischen Bereich rangiert die Katholische Kirche selbst, die Caritas, Adveniat und Misereor auf den ersten Plätzen. Die Protestanten spenden konfessionell gebunden am häufigsten für die Evangelische Kirche, World Vision, die Christoffel Blindenmission und Brot für die Welt. Erster Adressat der Deutschen bei nicht konfessionellen Spenden ist die Organisation Ärzte ohne Grenzen.Aus der Erhebung geht hervor, dass sich 47 Prozent der Deutschen im vergangenen Jahr für Flüchtlinge engagiert haben, meistens in Form von Sachspenden. Rund die Hälfte der Deutschen befürchtet, dass die eigene Bevölkerung durch die Flüchtlingswelle benachteiligt werden könnte, erklärte Geschäftsführerin des Deutschen Spendenrats Daniela Felser bei der Vorstellung der Zahlen. (pro)
https://www.pro-medienmagazin.de/gesellschaft/detailansicht/aktuell/den-kindern-die-hilfe-nicht-verwehren-87102/
https://www.pro-medienmagazin.de/gesellschaft/detailansicht/aktuell/soweit-die-spenden-fliessen-80693/
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