Ein Zeichen für die Nachhaltigkeit: Mit diesen Öfen kann der Mais noch sinnvoll genutzt werden

Ein Zeichen für die Nachhaltigkeit: Mit diesen Öfen kann der Mais noch sinnvoll genutzt werden

Der Mais ist heiß

Die Organisation Christliche Fachkräfte International hat einen bundesweiten Innovationspreis gewonnen. Die Brikettherstellung aus Maisspindeln in Uganda ist ein wichtiger Beitrag gegen die Abholzung von Urwald in dem Land. Den Preis verleihen das Bundesumweltministerium und der Bundesverband der Deutschen Industrie (BDI).

Der Entwicklungsdienst Christliche Fachkräfte International (CFI) erhält den Sonderpreis „Innovation und biologische Vielfalt“ für ein Projekt in Uganda. Dabei werden Briketts aus Maisspindeln hergestellt. Das Verfahren reduziert die Abholzung des Urwaldes und gibt vor allem ärmeren Menschen Zugang zu mehr Lebensmittelhygiene.

Die Stuttgarter Organisation setzte sich dabei gegen über hundert Konkurrenten durch. Zu ihnen gehörten Unternehmen und Start-ups. Die mit zahlreichen Wissenschaftlern besetzte Jury hob hervor, dass der Entwicklungsdienst zusammen mit dem ugandischen Partner, der Ndejje University, auf einheimische, nachwachsende Ressourcen und Biodiversität setze.

Massive Übersiedlung sorgt für Engpässe

Die kirchliche Universität nördlich der Hauptstadt Kampala hat über mehrere Jahre zusammen mit deutschen Entwicklungshelfern geforscht, wie erneuerbare Energien und neue Verfahren der dramatischen Abholzung entgegenwirken können. Neben einem starken Bevölkerungswachstum habe das Land seit Jahren durch Flüchtlinge aus den Bürgerkriegsregionen des Ost-Kongo und aus dem Südsudan mit massiver Übersiedelung zu kämpfen, teilte CFI mit.

Strom und andere moderne Energieträger seien demnach nur in größeren Städten und auch da nicht dauerhaft vorhanden. 80 Prozent der Bevölkerung haben gar keinen Zugang zum Stromnetz. Laut der Welternährungsbehörde der UN baut Uganda momentan rund 2,7 Millionen Tonnen Mais an. Millionen von Maisspindeln verrotteten nach Entkörnung der Maiskolben. In diesem Bereich haben die Ndejje Universität und die Entwicklungshelfer von CFI geforscht.

Effizienteres Verfahren entwickelt

Zunächst schufen sie ein Bewusstsein dafür, dass es sich bei den Spindeln nicht um Abfall, sondern um einen wertvollen Rohstoff handelt, verdeutlicht CFI-Direktor Ulrich Weinhold. Er erklärt das Verfahren: „Am neu gegründeten ‚Energy Research Centre‘ werden Maisspindeln zu Holzkohle pyrolysiert, gemahlen, mit Holzkohle-Resten und Melasse vermischt und schließlich zu Briketts gepresst und getrocknet. Hammermühle, Extruder- und Spindelpresse werden elektrisch betrieben und erzielen wesentlich höhere Durchsätze. Dadurch ist das Verfahren effizienter zu betreiben und auch für Kleinunternehmer realisierbar.“

In einem Partnerprogramm haben ugandische und deutsche Studenten experimentiert und Erfahrungen mit erneuerbaren Energien gesammelt. Ein Zusammenschluss von Kleinunternehmen produziert die Kochöfen und Briketts. Laut Umfragen sei Ugandas Bevölkerung bereit, auf nachhaltige und gut verfügbare Brennstoffe umzusteigen. Die erzielten Temperaturen und das Brennverhalten der neuen Briketts könnten mit der weit verbreiteten Nutzung von Holzkohle erfolgreich konkurrieren. So könne ein Umstieg auf nachhaltige und preiswertere Brennstoffe gelingen.

CFI-Direktor Weinhold betont, dass seine Organisation neben dem geistlichen Anliegen der Kirche mit der Universität auch Bildung für junge Leute erreichen möchte, die der einheimischen Bevölkerung nutzt. Es gehe darum, Fachleute und Leiter auszubilden, die ihren christlichen Glauben auch im Geschäftsleben einbringen, die Schöpfung bewahren, gute Arbeitsplätze vor Ort und nachhaltige Lösungen für drängende Umweltprobleme schaffen.

Christliche Fachkräfte International ist einer der sieben staatlich anerkannten Entwicklungsdienste. Der Verein mit Sitz in Stuttgart hat seit 1985 etwa 900 Entwicklungshelfer zu Kirchen und christlichen Organisationen im globalen Süden entsandt, um Einheimische auszubilden, Hilfe zur Selbsthilfe zu leisten und nachhaltige Lösungen zu entwickeln.

Von: Johannes Weil

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