Ein Unternehmer, der aus seinem christlichen Glauben keinen Hehl macht: Claus Hipp
Ein Unternehmer, der aus seinem christlichen Glauben keinen Hehl macht: Claus Hipp

Claus Hipp: „In den Zehn Geboten ist alles geregelt“

Nach dem frühen Tod seines Vaters wird Claus Hipp mit 29 Jahren Unternehmer. Er hat den Babybrei-Hersteller zu Weltruhm geführt. Aus seinem christlichen Glauben macht er keinen Hehl. Im Interview mit der Süddeutschen Zeitung betont er, dass Christen in der Führung eines Unternehmens eine stärkere Position hätten als Atheisten.

Der Unternehmer Claus Hipp ist praktizierender Katholik. Vor allem in Situationen, in denen er als Unternehmer machtlos sei, könne er zusätzlich noch beten und hoffen. Dies sei einem Atheisten, der sich keiner höheren Macht verpflichtet fühlen muss, nicht möglich: „Ein Gläubiger, der sich Gott verantwortlich fühlt, lebt in einer anderen Dimension“, verdeutlicht Hipp.

Kein Missionar

Wenn er Mitarbeiter einstelle, spiele deren Religion keine Rolle, sondern lediglich Fachwissen. Sich selbst sehe er auch nicht als Missionar. Unverständlich sei ihm trotzdem, warum Menschen nicht glauben könnten: „Natürlich kann man, man muss nur wollen. Glauben ist ein Akt des Willens. Ich möchte etwas fürwahr halten, was ich nicht weiß, von etwas überzeugt sein, was ich nicht sehe“.

Als Unternehmer müsse er natürlich auch auf die Zahlen schauen, aber Gewinnmaximierung sei nichts Schlechtes. Es gehe schließlich darum, wie er sein Geld verdiene und was er damit getan habe: „Sie können ein Unternehmen durchaus nach den Zehn Geboten führen. In ihnen ist alles geregelt, was in einem Unternehmen von Bedeutung ist.“ Dabei sei dieser Führungsstil in einem Familienunternehmen womöglich einfacher als in einer eher anonymen Aktiengesellschaft.

Mutig gegen die Nazis

Nach dem plötzlichen Tod seines Vaters habe er das Unternehmen in dessen Wertebewusstsein weitergeführt. Für Hipp sei es heute sogar leichter, diese Werte in den Betrieb einfließen zu lassen. Sein Vater sei immer gescholten worden, weil in jedem Raum ein Kreuz hing. Dass er während des Dritten Reichs Juden versteckt habe, habe Claus Hipp erst im Nachhinein erfahren. Auch der Widerstand seines Onkels Otto Hipp gegen die Nazis habe ihm imponiert.

Claus Hipp ist auch für seinen Einsatz für ökologisches Handeln bekannt. Dabei gehe es ihm auch um die Bewahrung und den Umgang mit der Schöpfung: „Mit der Natur, und vor allem auch mit der höchsten Schöpfung, dem Menschen.“ Dafür geriet Hipp vor zwei Jahren in die Kritik, als das Unternehmen gentechnisch verändertes Gemüse benutzt haben sollte. Dies weist Hipp in dem Interview aber zurück.

Nach dem Abitur in München studierte Claus Hipp Rechtswissenschaften. Nebenbei leitete er schon früh den landwirtschaftlichen Familienbetrieb. Seit dem Tod seines Vaters 1968 ist er persönlich haftender Gesellschafter der HiPP-Betriebe. Zugleich war er Präsident des Bayerischen Industrie- und Handelskammertages. Er erhielt für seine Verdienste um die Umwelt 1995 das Verdienstkreuz 1. Klasse der Bundesrepublik Deutschland. Zudem bekam er 2005 den Deutschen Gründerpreis für herausragende Leistungen als Unternehmer. Der verheiratete Familienvater hat fünf Kinder und lebt im deutschen Ilmmünster und im Schweizer Kanton Obwalden. Er ist Musiker und ausgebildeter Maler. Sonntags ministriert er im katholischen Gottesdienst in der Münchener Frauenkirche. (pro)

Von: jw

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