Frieder Trommer mit seiner Frau Rosmarie auf der Feier in Marburg
Frieder Trommer mit seiner Frau Rosmarie auf der Feier in Marburg
V.l.n.r.: Ehepaare Siegrid und Harry Wollmann, Heike und Jürgen Mette, Rosmarie und Frieder Trommer, im Vordergrund Hermann Findeisen
V.l.n.r.: Ehepaare Siegrid und Harry Wollmann, Heike und Jürgen Mette, Rosmarie und Frieder Trommer, im Vordergrund Hermann Findeisen

Keine botschafterlose Botschaft

Seit September ist Frieder Trommer Geschäftsführer der Stiftung Marburger Medien (SMM). Am Donnerstag ist er in einem Festakt offiziell als Geschäftsführer und Vorsitzender des Vorstandes des Medienwerkes eingeführt worden.

Trommer stellte in einem Referat seine Leitlinien für die künftige Medienarbeit der SMM vor. Jesus sei „die beste Antwort auf alle Lebensfragen, Bedürfnisse und die Zukunft des Menschen“. Die „Gute Nachricht“ verlange nach einer angemessenen, hohen Qualität der Produkte und einer guten Balance zwischen Klasse und Masse. „Quantität darf und kann die Qualität nicht verdrängen oder ersetzen. Wir wollen diese lebenswerte Botschaft wertvoll und werthaltig gestalten“, sagte Trommer. Als Herausforderungen sieht Trommer die Erreichbarkeit unterschiedlicher Milieus, etwa Menschen mit Migrationshintergrund und die Erschließung neuer und jüngerer Zielgruppen wie jungen Erwachsenen, Familien, Kindern und Jugendlichen.

Die Flüchtigkeit und Oberflächlichkeit der digitalen Medien, die die Wahrnehmung, Lesegewohnheiten und Konzentration veränderten, wertete er als Herausforderung und Chance für Printmedien. „Die Masse an belanglosen News, Botschaften, Blogs, Mails, Likes erschlägt und erstickt. Printmedien und haptische Produkte haben eine längere Halbwertszeit“, sagte Trommer. Im Hinblick auf die Produkte der SMM, zu denen unter anderem Faltkarten, Flyer, Broschüren und Verteilschriften gehören, sagte Trommer: „Sie sind nicht nur ein Wisch oder ein Klick weg – sondern sie werden einem Mensch in die Hand gegeben, verlangen einen Blick, einen Gedanken, ein gutes Wort und eine Antwort, eine Handlung.“ Zur Zukunft der Stiftung und die Entwicklung in der Medienlandschaft sagte Trommer: „Wir setzen darauf, dass in der persönlichen Begegnung mit Menschen, in der persönlichen Ansprache von Menschen und im persönlichen Weitergeben an Menschen eine biblisch begründete Tradition liegt, die Gott gebraucht.“ Weiter erklärte er: „Ich glaube nicht an eine botschafterlose Botschaft.“ Sicher könne sich Gott aus Steinen Zeugen erwecken, auch Computer könnten Botschaften vermitteln – Gott könne dies mit und ohne Technik tun – aber er wolle Menschen dazu gebrauchen, die von ganzem Herzen Zeugen seiner erfahrenen Liebe und Vergebung sind. Sich selbst bezeichnete Trommer als einen „Jesusfreund“.

Diener: „Klare Botschaften senden“

Michael Diener, Präses des Evangelischen Gnadauer Gemeinschaftsverbandes und Vorsitzender der Deutschen Evangelischen Allianz, würdigte die Arbeit der beiden vorhergehenden Stiftungsvorsitzenden Harry Wollmann und Jürgen Mette. Diener nannte Wollmann einen „guten Parteisoldaten“, einen „guten Jünger“, der in seinem Dienst seinen Glauben sichtbar gemacht habe, getreu dem Motto der SMM „Glauben sichtbar machen“. Diener ermutigte die Leiter christlicher Werke, durch die eigene Lebensführung den „Glauben sichtbar zu machen“. „Auch in der Zukunft unserer digitalisierten Gesellschaft gibt es Momente, an dem man einem Menschen keine App in die Hand drücken möchte“, prognostizierte Diener. Zu dem neuen SMM-Chef Trommer sagte Diener: „Die Stiftung muss weiterhin unmissverständliche, klare Botschaften, die auf das ganze Leben eines Menschen, die auf das Herz abzielen, aussenden.“ Joachim Drechsel, Direktor des Deutschen Gemeinschafts-Diakonieverbandes (DGD), der Stifterin der SMM, begrüßte Trommer„im skandinavischen Marburg“.

Die Übernahme der Leitung als Vorsitzender des Stiftungsvorstandes durch Trommer wertete Siegfried Winkler, selbst Mitglied des SMM-Vorstandes, als „ein Geschenk Gottes“. Trommer sei mit seinen Erfahrungen und Begabungen der richtige Mann für die gegenwärtigen Herausforderungen. „Er wird dazu beitragen, dass die Stiftung ihren Auftrag für die Menschen von Heute leben kann. Dafür wünsche ich ihm einen offenen Himmel über seiner Arbeit“, sagte Winkler auf pro-Anfrage. Winkler würdigte die Arbeit der beiden Vorgänger. „Jürgen Mette und Harry Wollmann haben die Stiftung Marburger Medien in jeweils sehr unterschiedlichen Phasen geprägt und weiterentwickelt“, sagte Winkler. Ihr hoher persönlicher Einsatz, verbunden mit Liebe und Leidenschaft für den Auftrag Gottes, habe ihr Tun geprägt. „Dadurch haben sie Segensspuren hinterlassen“, würdigte Winkler die Arbeit und wünschte, dass sie dankbar auf das sehen könnten, was Jesus durch sie habe werden lassen.

Arbeit durch Spenden finanziert

Trommer hatte seinen Wechsel zur SMM nach achtjähriger Tätigkeit bei der Stiftung Christliche Medien (SCM) Ende Mai bekanntgegeben. Am 1. September trat er die Nachfolge von Harry Wollmann an, der in den Ruhestand ging. Wollmann hatte die Leitung der SMM von Jürgen Mette übernommen, als dieser an Parkinson erkrankt war.

An der Festveranstaltung zum SMM-Leitungswechsel in den Räumen der Evangelischen Hochschule Tabor in Marburg haben am Donnerstag rund 150 Gäste teilgenommen.

Die SMM ist eine eigenständige Einrichtung innerhalb des Deutschen Gemeinschafts-Diakonieverbandes (DGD), der seinen Sitz ebenfalls in Marburg hat. Als Stiftung bürgerlichen Rechts ist sie Mitglied im Diakonischen Werk in Kurhessen-Waldeck und der Arbeitsgemeinschaft Missionarische Dienste (AMD). Sie arbeitet auf der theologischen Basis der Deutschen Evangelischen Allianz. Die Arbeit der Stiftung Marbuger Medien wird durch Spenden finanziert. (pro)

Von: nob

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