Lobbyismus in der Schule: „Dürfen die das?“

Die Wochenzeitung Die Zeit beschäftigt sich in ihrer aktuellen Ausgabe mit dem Engagement von Unternehmen in Schulen. Wie das Christliche Medienmagazin pro fragt auch das Blatt: „Dürfen die das?“

Die Zeit-Autorin Caterina Lobenstein hatte das Gymnasium im niedersächsischen Sulingen besucht, um die dortige Schulkooperation mit dem Energie-Giganten ExxonMobil kennen zu lernen. 10.000 Euro jährlich überweise das Unternehmen an die Schulen.

„Erste Stunde Lobbykunde“

Davon hätten die Lehrer Experimentierkästen für den Physikunterricht, einen Gaschromatografen und interaktive Tafeln gekauft, von denen eine bis zu 6.000 Euro gekostet habe. Ohne die Kooperation mit dem zahlungskräftigen Partner aus der Wirtschaft hätte sich die Schule diese Geräte nicht leisten können.

Außerdem beschreibt die Autorin unter der Überschrift „Erste Stunde Lobbykunde“, wie der PR-Chef von ExxonMobil, Norbert Stahlhut, eine Unterrichtsstunde im Sulinger Gymnasium hält. Ziel der Kooperation sei aus Sicht von ExxonMobil, Nachwuchskräfte zu gewinnen. Allerdings konstatiert die Zeit wie zuvor auch das Christliche Medienmagazin pro, dass es dem verantwortlichen Wirtschaftsverband Erdöl- und Erdgasgewinnung (WEG) auch um Imagepflege geht.

Schleichwerbung in der Schule?

Die Zahl der Schulkooperationen ist laut Lobenstein in den vergangenen Jahren gewachsen. Den Grund dafür sieht sie vor allem in der Lockerung der Werbeverbote an Schulen. In einigen Bundesländern seien sie sogar ganz abgeschafft worden.

Die Zeit-Autorin sieht die Kooperationen kritisch: „Es ist paradox: Im öffentlich-rechtlichen Fernsehen darf Schleichwerbung nur gezeigt werden, wenn explizit darauf hingewiesen wird. In öffentlichen Schulen aber stehen PR-Chefs von Ölkonzernen vor der Klasse, ohne dass Schüler deren Absichten durchschauen.“ Schulbücher müssten von den Kultusministerien genehmigt werden, „aber Arbeitsblätter von McDonald’s können aus dem Netz geladen und ungeprüft im Unterricht verwendet werden“. (pro)Wie Unternehmen außerdem Einfluss auf Schüler nehmen, lesen Sie in der aktuellen Ausgabe 5/2013 des Christlichen Medienmagazins pro. Das Christliche Medienmagazin pro können Sie unter 06441/915 151 oder per E-Mail an info@kep.de

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. Es erscheint sechs Mal jährlich und erreicht derzeit mehr als 160.000 Leser. Das Magazin wird vom Christlichen Medienverbund KEP mit Sitz in Wetzlar herausgegeben, der darüber hinaus die Internet-Portale pro-medienmagazin.de und israelnetz.com sowie den pdf-Newsletter proKOMPAKT und das Magazin Israelreport verantwortet.

Von: nf

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