Setzt auf Werte im Wirtschaftsalltag: der Unternehmer Claus Hipp.

Hipp: Werte sind nachhaltig

"Dafür stehe ich mit meinem Namen", wirbt Claus Hipp für die Babynahrung, die das von ihm geführte Familienunternehmen herstellt. Am Mittwoch hat der Katholik in einem Vortrag über Wirtschaftsethik für "ehrbares Kaufmannstum" und unternehmerische Vernunft plädiert, die Mensch und Umwelt nicht aus dem Blick verliert.

Zu einem erfolgreichen Unternehmen gehörten nicht nur "äußere Werte" wie Kompetenz, also die Fähigkeit, ein gutes Produkt anzubieten und dies auch zu tun, betonte Hipp auf einer Veranstaltung in Iserlohn. Zu dem Vortrag hatte der Marketing-Club Südwestfalen in das VW-Autohaus der Gebrüder Nolte in Iserlohn geladen. Wichtig sei zudem das "ehrbare Kaufmannstum", bei dem es nicht um die Einhaltung eines Regelwerks gehe, sondern um die "innere Haltung" des Unternehmers. Längerfristig zahle sich dies auch wirtschaftlich aus, denn "die Verbraucher haben ein Gespür für ehrbares Handeln".

Aber was bedeutet es, "ehrbar" zu handeln? Der promovierte Jurist führte dies anhand einer Ethik-Charta aus, der sich sein Unternehmen selbst unterworfen hat. Mitarbeiter, Bewerber und Lieferanten könnten auf diese Weise einsehen, "wie bei uns gedacht wird" und sich gegebenenfalls darauf berufen. "Ich bin überzeugt, dass wir uns leichter tun, weil wir unsere Meinung fixiert haben", meinte der 73-Jährige mit Blick auf den Unternehmensalltag.

Einbindung und Einordnung

Zu beachten seien schon banale Dinge wie der Informationsfluss. Mitarbeiter sollten davon nicht ausgeschlossen sein, weder durch Vorenthalten von Informationen, noch durch Informationsüberfluss, in dem das Wichtige untergehe.

Andererseits sei es auch Teil der Unternehmenskultur, sich als Mitarbeiter einzuordnen. Dazu gehöre der schonende Umgang mit den Ressourcen, die das Unternehmen den Mitarbeitern anvertraut, etwa mit Transportwagen. Führungskräfte müssten Respekt vor den Fähigkeiten der Mitarbeiter haben. Ein Unternehmen sei wie ein Orchester, das dirigiert wird. "Der Dirigent muss nicht besser Geige spielen können als der Konzertmeister, aber er muss Achtung haben vor den Spezialisten, die ihn umgeben, die er braucht, ohne die er es nicht machen könnte."

Engagement für die Zukunft

Zu den Grundsätzen seines Unternehmens gehöre es auch, Müttern oder Vätern genügend Zeit für die Erziehung Neugeborener zu geben. Zwar biete "Hipp" auch eine Kinderbetreuungsstätte an. Doch "allgemeinen Druck auszuüben, dass Mütter möglichst schnell nach der Entbindung in den Produktionsprozess integriert werden müssen, das sollten wir nicht machen. Ein Land, dem es im Großen und Ganzen gut geht, sollte den Müttern die Chance geben, sich am Anfang um ihre Kinder zu kümmern."

"Hipp" achte in der Ausbildung nicht nur auf die Vermittlung von Fachwissen, sondern setze auch auf Allgemeinbildung. Dazu gehöre etwa ein Opernbesuch. "Ich bin überzeugt, dass ein paar Prozent später von alleine so etwas aufsuchen – zumindest haben sie die Angst verloren und wissen, wie dort die Türen aufgehen." Hipp appellierte auch an die Bildungspolitik, Kunst- und Musikunterricht an den Schulen nicht zu streichen. Dies helfe Kindern, Kreativität und soziale Kompetenzen zu entwickeln.

Gegen übermäßige Regulierung von außen

Hipp sprach sich gegen das "unsinnige" Anti-Diskriminierungsgesetz aus. "Wenn wir eine Stelle neu besetzen, haben wir eigentlich nicht im Sinn, irgendjemandem Unrecht zu tun. Wir wollen die Person finden, die auf diese Position passt." Für das Angebot des Unternehmens, Mütter zur Pflege und Ernährung von Kindern zu befragen, komme aber ein Man nicht infrage. "Eine Frau, die schon Hemmungen hat, mit einer fremden Frau etwas zu bereden, wird es mit einem fremden Mann sicher nie tun."

Weitergabe von Werten

Zum Grundsatz der Nachhaltigkeit im Unternehmen gehöre der schonende Umgang mit Ressourcen genauso, wie die Weitergabe von Werten. "Wenn wir das machen, dann kann die nächste Generation auch gut weitermachen. Wenn wir das nicht machen, dann haben sie es schwer."

Hipp übernahm die Leitung des gleichnamige Familienunternehmen 1967 im Alter von 29 Jahren. Unter seiner Ägide wurde "Hipp" einer der führenden Hersteller von Babynahrung. Neben seiner unternehmerischen Tätigkeit ist der fünffache Familienvater auch als Künstler und Musiker erfolgreich. Hipp ist unter anderem Ehrenpräsident der Industrie- und Handelskammer für München und Oberbayern sowie der Deutsch-Russischen Außenhandelskammer. (pro)

Von: df

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