Der Unternehmer Friedhelm Loh feiert am 16. August seinen 65. Geburtstag.

Christlicher Unternehmer Friedhelm Loh wird 65

Friedhelm Loh ist einer der bekanntesten und erfolgreichsten christlichen Unternehmer. Am 16. August feiert der Vorstandsvorsitzende und Inhaber der "Friedhelm Loh Group" seinen 65. Geburtstag. Das Unternehmen des gläubigen Christen ist mittlerweile auf mehr als 11.500 Mitarbeiter in weltweit über 60 Tochtergesellschaften angewachsen.



Loh absolvierte zunächst eine Lehre als Starkstromelektriker. Auf dem

zweiten  Bildungsweg studierte er Betriebswirtschaftslehre. Nach dem Tod

seines Vaters wurde er 1974 Geschäftsführer des

Schaltschrankherstellers Rittal, ohne zuvor in dem Familienunternehmen

gearbeitet zu haben. Unter ihm wuchs die Firma bis heute rasant. Im

vergangenen Jahr hatte das Unternehmen einen Umsatz von mehr als zwei

Milliarden Euro. Die Firma Rittal, die in diesem Jahr ihr 50. Firmenjubiläum feiert, ist mittlerweile Weltmarktführer bei

Schaltschränken.



Loh amtiert zudem seit 2006 als Präsident des Zentralverbandes der Elektrotechnik und Elektroindustrie sowie als Vizepräsident des Bundesverbandes der Deutschen Industrie (BDI). Der BDI spricht für 38 Branchenverbände und repräsentiert die politischen Interessen von über 100.000 Unternehmen mit gut acht Millionen Beschäftigten gegenüber Politik und Öffentlichkeit. Darüber hinaus ist er Stiftungsratsvorsitzender der Stiftung Christliche Medien (SCM) und Vorstandsmitglied des Bibellesebundes. Der verheiratete Familienvater ist Mitglied einer Freien evangelischen Gemeinde.


Glaube hat Einfluss auf die Firmenpolitik



Zu seinem Glauben hat sich der Unternehmer mehrfach öffentlich bekannt. In einem Interview mit dem "Handelsblatt" machte er im vergangen Jahr deutlich: "Mein Glaube gibt mir Lebenszug und Lebensinhalt. Christen sind nicht unfehlbar, sondern wissen sich geführt in ihrem Leben. Sie leben aus der Vergebung, menschlich wie unternehmerisch." Dieser Glaube habe auch Einfluss auf seine Firmenpolitik. Zwar komme auch er als Unternehmer nicht an den Gesetzen des Marktes vorbei, die "monetäre Seite" sei für ihn aber nur Mittel zum Zweck und nicht Lebensinhalt. Er bemühe sich vor allem, ehrlich und verantwortungsbewusst mit Menschen umzugehen und sich ehrenamtlich zu engagieren.



So spendet der Unternehmer etwa zehn Prozent seines Einkommens. Auch die Belegschaft spende mindestens einmal im Jahr insgesamt zwischen 100.000 und 300.000 Euro. "Gelebte Werte verbinden Inhaberschaft, Führung und Belegschaft", macht Loh deutlich. In den letzten fünf Jahren seien so über 1,5 Millionen Euro an soziale Einrichtungen geflossen. In der Firmengeschichte erlebte der Unternehmer aber auch extrem schwierige Zeiten. Im Jahr der Wirtschaftskrise 2009 habe es erhebliche Umsatzeinbrüche gegeben.

In dieser Zeit habe er gelernt, dass Wachstum nicht selbstverständlich sei und dass alles nur in unsere Hand gegeben ist: "Man muss in einer Krise alles auf den Prüfstand stellen und aufräumen. Die Kunst des Managens besteht ja darin, in guten Zeiten schon Entscheidungen zu treffen, die dafür sorgen, dass man die schlechten Zeiten als Gewinner übersteht." Vor allem in Zeiten der Krise gelte es, eine gewisse Gelassenheit zu bewahren und konsequent zu handeln, auch wenn Emotionen im Spiel seien: "Die Basis für diese Gelassenheit ist Souveränität, Erfahrung und für mich der Glaube an die Führung Gottes."



"Ich bin nicht die oberste Instanz"



Im April äußerte sich Loh im Interview mit der "Süddeutschen Zeitung": "Durch meinen Glauben weiß ich: Ich bin nicht die oberste Instanz. Das ist entlastend. Ich kann für richtige Entscheidungen beten und weiß, dass es Vergebung für meine Fehler gibt. Ich möchte keine Verantwortung weg delegieren an Gott, doch ich weiß mich geführt".



Der für Firmengründer Rudolf Loh bindende Grundsatz "Ora et labora - Bete und arbeite" sei gleichzeitig Glaubensbekenntnis, Ausdruck von Abhängigkeit und gelebter Verbindlichkeit, Bescheidenheit und Demut: "Wir wissen, dass wir nur Verwalter auf Zeit sind, abhängig von Gott und seinem Plan in unserem Leben", macht er in der Firmenzeitschrift "Rundblick" deutlich.

In seinem Betrieb versuche er, Sonntagsarbeit weitestgehend zu vermeiden. Es sei vernünftig, den siebenten Tag nicht zu arbeiten. "Manchmal muss es doch sein, aber das Management weiß, dass ich keine Sonntagsarbeit möchte. Ich lehne das nicht nur wegen des biblischen Gebots ab, sondern auch, weil ich es für vernünftig halte. Die Leute gehören sonntags, wenn möglich, zu ihren Familien." Kritik übte er auch an den Kirchen, die "Teile der biblischen Botschaft aufgeweicht hätten und häufig den Kompromiss suchten, wenn sie an die Öffentlichkeit gehen: "Deshalb reibt sich niemand mehr an den Positionen der Kirchen, sie verlieren an Bedeutung und Substanz. Es wäre besser für sie, klare Kante zu zeigen."



"Erfinder-Oscar" für Loh


2009 bekam der Unternehmer vom damaligen Ministerpräsidenten Roland Koch (CDU) den Hessischen Verdienstorden, die höchste Auszeichnung des Landes Hessen, verliehen. Das Deutsche Institut für Erfindungswesen zeichnete Loh im Dezember 2010 mit der Dieselmedaille aus. Sie gilt als höchste Ehrung für Erfinder, die zum Wohle der Gesellschaft beigetragen haben, und wird deswegen in Fachkreisen auch "Erfinder-Oscar" genannt. Loh erhielt die Auszeichnung in der Kategorie "Erfolgreichste Innovationsleistung" für seine unternehmerischen Leistungen bei Rittal.



Der Kuratoriumsvorsitzende Alexander Wurzer würdigte die "beeindruckende unternehmerische Technologie-Erfolgsgeschichte von Rittal." Laudator Hans-Jörg Bullinger, Präsident der Fraunhofer-Gesellschaft, stellte bei der Verleihung heraus, dass das breit aufgestellte Unternehmen in der Lage sei, flexibler auf Marktveränderungen zu reagieren als Wettbewerber. (pro)



Ein ausführliches Interview mit dem Unternehmer Friedhelm Loh lesen Sie in der Ausgabe 4/2010 des Christlichen Medienmagazins pro.

Von: JW

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