Martin Daum, Leiter Daimler Nutzfahrzeugsparte Nordamerika.
Horst Schulze, Chef der West Paces Hotelgruppe, USA.

Christlicher Kongress endet mit "Nürnberger Erklärung"

Werte konkret im Geschäfts- und Berufsalltag umsetzen und leben – das war der Schwerpunkt bei den Schlussveranstaltungen des "Kongresses christlicher Führungskräfte", der am Samstag mit der Verabschiedung der "Nürnberger Erklärung" zu Ende ging. Nach Angaben der Veranstalter hatten 3.792 Teilnehmer die christliche Wirtschaftskonferenz besucht.

Am Samstagvormittag sprachen der Leiter der Daimler Nutzfahrzeugsparte Nordamerika, Martin Daum, der Chef der amerikanischen West Paces Hotelgruppe, Horst Schulze, und Daniel Hoster, Managing Director im Private Wealth Management der Deutschen Bank, über Werte und ihre Erfahrungen als Unternehmer.

Für Martin Daum, den Leiter von Daimler Trucks in Nordamerika, kommt es darauf an, die "Werte um ihrer selbst willen" zu leben: "Wir sind Gottes Kinder, das Salz und Licht der Welt", sagte Daum, "das ist Motivation genug". Werte wie Ehrlichkeit hätten natürlich auch einen praktischen Aspekt: "Man muss keine Strafe fürchten und reduziert seine Anwaltskosten", scherzte Daum am Samstagmorgen vor einem gut gelaunten Publikum. Das Leben nach Gottes Wertmaßstäben sei nicht immer leicht, doch: "Ein bequemes Leben verändert nichts." Gegebenenfalls müsse ein Christ bereit sein, auf eine vermeintliche Karrierechance zu verzichten, wenn diese nicht mit dem Glauben vereinbar sei – letzten Endes sei der Segen Gottes wichtiger. Er habe persönlich erlebt, wie sich Freundlichkeit und die Bereitschaft zur Vergebung positiv auf sein Arbeitsumfeld ausgewirkt hätten. Hier könnten die Deutschen noch etwas lernen: "In den USA wird mehr gelobt und viel freundlicher miteinander umgegangen", berichtete Daum. Er werde hin und wieder gefragt, "wie man denn als Christ Manager sein könne". Seine Antwort ist eindeutig: "Ich könnte nicht als Manager arbeiten, ohne Christ zu sein. Was ich im Glauben und in der Beziehung zu Gott lerne", führte er aus, "hilft mir, Menschen anzuleiten und Konflikte zu lösen."

"Werte dürfen kein Ersatz für wirtschaftliches Arbeiten sein", sagte Daum an die christlichen Führungskräfte im Publikum gewandt. "Wenn es nicht gut läuft, dann nicht deswegen, weil die Konkurrenz ohne Werte wirtschaftet." Jeder Unternehmer sei verpflichtet, auch auf die Wirtschaftlichkeit seines Betriebes zu achten – im Interesse aller Mitarbeiter und Kunden. "Gott ist bei Ihnen und will, dass Sie nach seinen Werten handeln. Darauf liegt sein Segen", schloss Daum. "Er braucht nur Ihre Bereitschaft dazu!"

"Ist das gut für alle?"


Horst Schulze, einer der international erfahrensten Hotelmanager, wies in seinem Vortrag darauf hin, wie wichtig es sei, dass die Werte eines Unternehmens sich an biblischen Maßstäben orientieren. "Viele Unternehmen, die gelogen und betrogen haben, haben zuvor ihre Unternehmenswerte in ihren Geschäftsberichten veröffentlicht. Aber Werte funktionieren nicht, wenn sie nicht auf Gott gebaut sind." Er habe Werte in seinem Unternehmen verankert, die er zuvor am Wort Gottes geprüft habe. "Bei jedem neuen Projekt fragen wir uns vorher: Ist das gut für alle – für die Anleger, für die Hotelgäste, für die Angestellten, für das Unternehmen? Lässt sich das Projekt mit den Prinzipien der Bibel vereinbaren?"

Er sei im Geschäft, um Profit für seine Anleger zu machen. "Gewinne machen ist nicht unchristlich, so lange man sie ehrlich und mit Werten macht." Er mache Gewinne, indem er seinen Kunden das Beste gebe, ein Produkt schaffe, das besser sei als das der Konkurrenz und das einen Wert habe für seine Kunden. Dabei wolle er persönlich nach den wichtigsten Geboten Christi leben und Gott lieben sowie seinen  Nächsten wie sich selbst. "Und der Nächste, das sind die Anleger, die Kunden, die Angestellten, aber auch das Unternehmen als Ganzes."

Eine ähnliche Sichtweise vertrat Daniel Hoster, Manager bei der Deutschen Bank. "Saat und Ernte ist ein gesundes biblisches Prinzip – und Verdienen macht Spass und ist richtig, wenn es in gutem Verhältnis zum Dienen steht." Gerade anderen Menschen zu dienen mache ihm bei seiner Arbeit Freude, dies zeige sich auch in der Kundenzufriedenheit. Hoster wies zudem darauf hin, dass man einen natürlichen Zusammenhang sehen müsse zwischen dem eigenen Fleiß und dem, was Gott schenkt: "Wir schaffen etwas, aber nicht allein, sondern mit Jesus."

Christliche Führungskräfte wollen Zeichen setzen


Am Nachmittag verabschiedeten die Teilnehmer des Kongresses mit der "Nürnberger Erklärung" ein Dokument für ein "Wirtschaften in Verantwortung vor Gott und den Menschen". Die zurückliegende Weltwirtschaftskrise mit ihren dramatischen Folgen für die Finanz- und Wirtschaftswelt habe offensichtlich gemacht, "dass in unserer Gesellschaft eine Erneuerung der Werteordnung notwendig ist", heißt es in der Erklärung. Basis für ein erfolgreiches und soziales Handeln seien die Maßstäbe Gottes, wie sie sich beispielhaft in den Zehn Geboten fänden. "Wer sich an den Maßstäben Gottes orientiert, bemüht sich um Integrität, Ehrlichkeit, Fleiß, Verlässlichkeit, Barmherzigkeit und Fairness in allen Bereichen des Lebens, lehnt Korruption, Betrug, unfaire Löhne, überzogene Gehälter und Abfindungen genauso ab wie Habsucht, Neid, Geiz und üble Nachrede, setzt sich für den Schutz des Eigentums, der Umwelt und des Sonntags als Ruhetag ein und engagiert sich für das öffentliche Wohl, fördert Ehen, Familien und Kinder als Basis der Gesellschaft." Die Teilnehmer des Kongresses wollten sich bemühen, nach diesen Maßstäben zu leben, um damit ein Zeichen in ihrer Zeit zu setzen. Die "Nürnberger Erklärung" schließt mit der Bekräftigung: "Wir sind überzeugt: Eine erfolgreiche wirtschaftliche Zukunft braucht christliche Werte, mit denen man in Führung gehen kann." (pro)

Von: aq/st/mb

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