Rüttgers: Christlich-jüdische Werte sind "Leitstern"

In der aktuellen Finanz- und Wirtschaftskrise müssen die Werte des christlich-jüdischen Abendlandes "Leitstern" sein. Diese Ansicht vertrat der Ministerpräsident von Nordrhein-Westfalen, Jürgen Rüttgers (CDU), zum Auftakt des sechsten Kongresses christlicher Führungskräfte in Düsseldorf. Er forderte eine neue Debatte über eine christliche Leitkultur.

Es müsse geklärt werden, "von welchen Werten wir uns in unserem Wirtschafts- und Gesellschaftssystem leiten lassen wollen", sagte Rüttgers laut dem Evangelischen Pressedienst (epd) am Donnerstag. Der Kongress für christliche Führungskräfte begann heute unter dem Motto "Mit Werten in Führung gehen" und endet am Samstag.

Rüttgers betonte in seiner Rede, dass auch die soziale Marktwirtschaft auf den Werten des christlich-jüdischen Abendlandes beruhe. Auf materialistischem Denken und neoliberalen Politikansätzen liege dagegen "kein Segen". "Geld, Preise, kurzfristige Renditen und Bonuszahlungen dürfen nicht alles sein", so Rüttgers. Ein Teil der Eliten habe sich "materiell und ökonomisch von den normalen Leuten entfernt", kritisierte der Düsseldorfer Regierungschef. Christliche Werte und Führung seien nötig, um das verloren gegangene Vertrauen zurückzugewinnen.

"Die Freiheit des Marktes entpflichtet nicht von der Verantwortung für die Menschen", mahnte der Ministerpräsident. Er bemängelte, in der aktuellen Debatte gebe es kaum Lösungsvorschläge, "bei denen es um die Werte statt um Geld geht". Es könne nicht sein, "dass wir jetzt mit der Kraft des Staates versuchen, die Scherben wegzukehren und wieder Ordnung zu schaffen, und dann geht es weiter wie in den letzten Monaten und Jahren."

"Maßlosigkeit Ursache für Desaster"

Auch der rheinische Präses Nikolaus Schneider kritisierte vor rund 3.600 christlichen Unternehmern und Managern Maßlosigkeit im Wirtschaftsleben. Diese sei die grundlegende Ursache für das heutige "Desaster der Finanzmärkte". Er plädierte für einen fairen Welthandel. Wirtschaftskapital solle "den Menschen dienen, die in der Wirtschaft arbeiten und für das Leben der Menschen Güter und Dienstleistungen produzieren", sagte Schneider. Werte müssen nach den Worten des 61-jährigen Theologen so umgesetzt werden, "dass sie zum Wohl der gesamten Gesellschaft wirken".

Das Mitglied des Rates der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) prangerte das Verhalten vieler Investmentbanker an. "Es war diese maßlose Verkennung der eigenen Person, der eigenen Fähigkeiten und Möglichkeiten, die zu allen anderen Maßlosigkeiten führte", ist Schneider überzeugt.

"Christen wollen bei Lösung helfen"

Der Kongress in Düsseldorf will einen Beitrag leisten zur Überwindung der globalen Werte- und Finanzkrise. Das sagte der Vorsitzende des Kongresses, Pastor Horst Marquardt, zum Auftakt. Veranstalter ist die Evangelische Nachrichtenagentur "idea" im mittelhessischen Wetzlar in Zusammenarbeit mit der Firma tempus-Zeitplansysteme (Giengen bei Ulm).

Marquardt zufolge steckt die Bundesrepublik Deutschland in ihrer bisher schwersten wirtschaftlichen Krise. Die Situation lasse viele fragen "Wann wird diese Krise zu Ende gehen?" Besser wäre es, die Frage zu stellen "Wie wird uns die Krise verändern?" Christliche Führungskräfte wollten die Probleme nicht nur benennen, "sondern aktiv zur Lösung beitragen, indem wir für ein christliches Wertesystem eintreten." (PRO)

Von: pro

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