London: Banker nutzen Mittagspause zum Beten

In London scheinen die Atheisten durch ihre Plakataktion auf Bussen längst die Übermacht gewonnen zu haben - zumindest wenn man der Masse an Meldungen glaubt. Doch angesichts der Finanzkrise, die in der britischen Hauptstadt eines ihrer Epizentren hat, lassen die Menschen längst nicht von Gott. Im Gegenteil: Gerade Banker besuchen Gottesdienste.

Etwa 300 Besucher zählt die Londoner St. Helens Kirche dienstags zur Mittagszeit. Sie liegt mitten in der britischen Metropole zwischen Banken und Firmengebäuden. Einmal in der Woche bietet die Gemeinde um Pfarrer William Taylor einen Mittagsgottesdienst mit Predigt und gemeinsamem Essen an. Besonders die Gäste unterscheiden sich hier vom gewöhnlichen sonntäglichen Kirchgänger. Es sind vor allem Banker, Makler und Versicherungskaufleute, die St. Helen besuchen. Die Nachrichtenagentur "dpa" widmete sich der Gemeinschaft nun in einer Reportage.

Finanzkrise: "Viele stellen ernste Fragen"

Pfarrer Taylor meint, seit der Finanzkrise seien die Menschen eher bereit, sich mit Gott und dem Glauben auseinander zu setzen: "Die Leute haben dem Kapitalismus über viele Jahre ihren Glauben geschenkt. Nun sind sie sehr verunsichert", erklärt er der "dpa". "Viele stellen im Moment sehr ernste Fragen. Sie wollen wissen, woran sie glauben sollen", sagt er weiter.

Die Mittagsgottesdienste gibt es in der Londoner Kirche seit 40 Jahren. Eine Besucherin, Katherine Windham, kommt seit drei Jahren. "In diesen Wochen wirken die Stuhlreihen ein bisschen voller als sonst", teilt sie im Interview mit "dpa" mit. "Man spürt, dass die Leute ängstlich sind. Jeder spricht über die Finanzkrise, auch hier in der Kirche", ist sich die 27-jährige Versicherungskauffrau sicher. "Ich bin nicht hier, weil ich verunsichert bin", erklärt hingegen der 19-Jährige James Wadham, der bei der "Bank of England" arbeitet. "Aber der Glaube an Gott gibt mir Zuversicht." (pro)

Von: aw

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