Deichmann im "Focus": Helfen statt Reichtum anhäufen

"Wer die Botschaft von Jesus Christus verstanden hat, kann gar nicht anders, als denen zu helfen, die in Not sind." Das sagt der erfolgreiche Unternehmer Heinz-Horst Deichmann im Interview mit der Zeitschrift "Focus". Er hält nichts von übertriebenem Luxus, sondern findet: "Wer mehr hat als er braucht, sollte sein Geld weitergeben."

1913 gründete Heinrich Deichmann eine Schuhmacherei in Essen. Nach seinem Tod 1940 war es für seinen Sohn Heinz-Horst Deichmann "selbstverständlich", seiner Mutter im Geschäft zu helfen. "Ich habe tagsüber studiert und mich am Abend um das Geschäft gekümmert", so Deichmann im Interview im aktuellen "Focus". Nach dem Krieg studierte er Medizin und nebenbei noch Theologie, übernahm dann aber den Familienbetrieb.

"Damals hätte ich auch in eine bereits existierende Arztpraxis einsteigen können und damit viel mehr Geld verdient als mit einem Schuhladen. Aber ich empfand es auch als eine schöne Aufgabe, das Schuhgeschäft zu entwickeln und auf den Grundlagen meines Vaters auszubauen." Heute gibt es allein in Deutschland über 1.000 "Deichmann"-Filialen. Weltweit beschäftigt das Unternehmen 26.600 Mitarbeiter in 2.300 Geschäften. 1999 hat der 81-Jährige das operative Geschäft an seinen Sohn Heinrich abgegeben. Dennoch arbeitet er immer noch aktiv im Unternehmen mit: "Wenn ich nicht auf Geschäftsreisen bin oder unsere Filialen besuche, komme ich natürlich jeden Tag ins Büro."

"Freigiebigkeit ist meine Aufgabe als Christ"

Trotz Erfolg und Milliardenumsätzen macht Heinz-Horst Deichmann sich nichts aus übertriebenem Luxus: "Ich besitze keine Jacht und keinen Sportwagen oder so etwas Überflüssiges. Wenn ich reiten will, miete ich ein Pferd. Ich gehe gern Skilaufen und Bergsteigen. Das kostet nicht viel Geld." Auch seine vier Kinder seien mit seiner Werteskala aufgewachsen. "Sie haben kein Bedürfnis nach Luxus, sondern engagieren sich in der humanitären und sozialen Arbeit, so wie ich es mein Leben lang getan habe. Mit diesen Idealen wachsen auch meine Enkel auf", so Deichmann.

Die von ihm ins Leben gerufene Stiftung "wortundtat" unterstützt seit gut 30 Jahren zahlreiche Hilfsprojekte, zum Beispiel Kindertagesstätten, Schulen und Kliniken in Indien. "Der Name der Organisation fasst kurz und knapp zusammen, um was es geht: Das Wort Gottes, das Evangelium, auf der einen Seite, und die Tat der Nächstenliebe, das praktisch Zupackende, auf der anderen Seite", so heißt es auf der Internetseite des Hilfswerks.

Auch die Mitarbeiter der Schuhfirma werden großzügig und sozial behandelt. Früher bei seinen Eltern gehörten sie fast mit zur Familie, erzählt Heinz-Horst Deichmann im Interview. "Später habe ich dann den leistungsbezogenen Lohn eingeführt, auch eine Geburtenprämie und die Altersversorgung für unsere Leute. Und wir unterstützen Angestellte, die in Not geraten."

Deichmann investiert viel in das Wohl seiner Mitarbeiter und für Hilfsprojekte. "Warum sind Sie so freigiebig?", will "Focus" wissen. "Das gehört zum Menschsein dazu. Das ist meine Aufgabe als Christ." Für Heinz-Horst Deichmann macht es "überhaupt keinen Sinn, bis zum letzten Atemzug Reichtum anzuhäufen". Vielmehr sollte man, wenn man mehr Geld hat, als man braucht, anderen damit helfen. "Meine geliebte Frau, die im Dezember starb", so der 81-Jährige, "hat in ihrem Leben so vielen Menschen Freude bereitet. Das ist das Einzige, was bleibt. Nur das hat Bestand vor Gott."

Von: ck

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