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„Wir dürfen uns nicht länger verschanzen”

Kirche muss stärker in die Gesellschaft hineinwirken, um für spirituelle Sinnsucher attraktiv zu sein. Das haben Christen aus ganz Deutschland am Montag beim Runden Tisch Evangelisation der Lausanner Bewegung in Berlin erklärt.

Von PRO

Foto: Matthias Mueller/churchphoto.de

Der Dozent für Missionswissenschaft am Marburger Bibelseminar, Tobias Faix, sprach sich im Rahmen der zweitägigen Veranstaltung dafür aus, Wortverkündigung nicht gegen praktisches Helfen auszuspielen. Wort und Tat gehörten zusammen. So seien Veranstaltungen wie die Großevangelisation „ProChrist” zwar wichtig, aber längst nicht das einzige, was Christen tun könnten, um Kirchenferne zu erreichen. Gerade in der jungen Generation gebe es zahlreiche „spirituelle Sinnsucher”, die sich aber von den Angeboten der Kirchen selten angesprochen fühlten. Hier müssten Christen sich selbst hinterfragen. „Wir dürfen uns nicht länger verschanzen”, sagte der Theologe. Kirche müsse Menschen praktisch begegnen und sprachfähiger werden.

Außerdem sprach sich der Autor des Buchs „Würde Jesus bei Ikea einkaufen?” gegen Verwerfungen zwischen Denominationen und Konfessionen aus: „Alle Mission gilt Menschen, die Gott nicht kennen.” Innerkirchliche Differenzen müssten Christen stehen lassen können und daraus resultierende Spannungen aushalten. Dem stimmte der Bundestagsabgeordnete Volkmar Klein (CDU) zu. Kirche solle einladend sein. Lange sei das anders gewesen. „Unglücklicherweise verbrauchen wir ziemlich viel Zeit mit der Definition von Unterschieden zwischen den christlichen Gruppierungen”, sagte der Politiker.

Wort und Tat gehören zusammen

Beispiele aus der Praxis lieferten Jens Stangenberg von „Serve the City” in Bremen und Swen Schönheit, Pfarrer der Apostel-Petrus-Gemeinde in Berlin. Stangenberg sagte, Gemeinde müsse als „intermediärer Akteur” wahrgenommen werden und nicht als „Vertreter einer religiösen Subkultur”. Schönheit stimmte dem zu und erklärte, das Reich Gottes bestehe aus Worten, aber auch aus Werken. Die Trennung beider Dinge sei „Schnee von gestern” und kein Weg, um Menschen für Kirche zu begeistern. Das Schema „versagt vor unserer Haustür”. Der Pfarrer betonte aber auch: „Erfolgreichen Gemeindeaufbau gibt es nicht auf der Überholspur.” Wichtig sei es, auf Gott zu harren und sich auf die Abhängigkeit von ihm zu besinnen.

„Serve the City” ist ein deutschlandweites Projekt, bei dem sich Christen in ihrer Heimatstadt für die Gemeinde engagieren. Die Apostel-Petrus-Gemeinde im Märkischen Viertel betreibt unter anderem ein Familienzentrum mit Kindertagesstätte, Hausaufgabenhilfe und einen Laden für faire Produkte. Die Teilnehmer des Runden Tischs Evangelisation der Lausanner Bewegung Deutschland kommen jährlich in der Berliner Stadtmission zusammen. (pro)

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