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Willow Creek: Vorbild in Sachen Mission

Gottesdienste, die sensibel auf die Bedürfnisse kirchendistanzierter Menschen eingehen, sind wichtig, um Deutschland nachhaltig mit dem Evangelium zu erreichen. Das belegen die Ergebnisse einer empirischen Studie über Gottesdienste für Kirchenferne in Deutschland. Ein Beispiel dafür gebe die amerikanische Willow Creek-Bewegung.

Von PRO

Foto: Siggi Schritt

Eine Leitfrage der jetzt in Göttingen unter dem Titel "Learning from Willow Creek?" (Von Willow Creek lernen) veröffentlichten Studie lautet: Inwieweit kann das Gottesdienst-Modell der amerikanischen Willow Creek-Gemeinde nachhaltig positive Impulse für Mission im deutschen Kontext liefern? Ein wichtiges Ergebnis: Im Willow Creek-Modell "steckt einerseits weit mehr Potential, als es Befürworter und Kritiker oft wahrnehmen", wie es in der Studie heißt. Insbesondere die theologischen Prinzipien hinter dem Modell seien es wert, dass man sich genauer mit ihnen beschäftige. Andererseits würden genau diese Prinzipien häufig vernachlässigt.

Missionarisch aber bibel-nah

Besonders im EKD-Kontext werde nicht selten versucht, neue Formen einzuführen und eher pra
ktische Aspekte zu übernehmen. "Aber das Paradigma einer der Bibel verpflichteten missionalen Gesamtschau von Kirche möchte man sich häufig nicht in dieser Konsequenz zu eigen machen," sagt Rainer Schacke, der Leiter der Forschungsarbeit, die die "London School of Theology" durchgeführt hat. Die Studie formuliert eine Reihe von übertragbaren biblischen Prinzipien in Willow Creeks Ansatz, "die unabhängig von Kultur oder Konfession Gültigkeit haben". Aus soziologischer Sicht spreche eine Fülle von Daten dafür, dass kontextrelevante Gottesdienste mit evangelistischem Akzent ein effektives Mittel seien, um Nichtchristen zu erreichen. Auch die empirischen Fallstudien der qualitativ-repräsentativen Arbeit bestätigten die grundsätzliche Wirksamkeit suchersensibler Gottesdienste in Deutschland und den Nutzen des Willow Creek-Modells.

Am Donnerstag beginnt der Willow Creek-Leitungskongress in Karlsruhe. 8.200 Besucher haben sich schon jetzt für die dreitägige Veranstaltung angemeldet. Den Kongressauftakt bildet ein "Business-Tag", der laut Veranstaltern ein Forum für christliche Geschäftsleute sein soll, um nicht-christliche Geschäftspartner oder Vorgesetzte einzuladen und über den Glauben ins Gespräch zu kommen. Als Referenten für den Kongress sind unter anderem der amerikanische Pastor Craig Groeschel und  Jessica Jackley eingeladen. Das "Time"-Magazine wählte Jackley jüngst unter die 100 einflussreichsten Personen der Welt. Sie gründete die Webseite "Kiva.org", durch die Kleinstkredite direkt von Person zu Person vermittelt werden. Neben dem Gemeinde-Innovator Bill Hybels werden Autor John Ortberg, der christliche Psychologe Larry Crabb und Michael Herbst von der Universität Greifswald Vorträge halten. (pro)

http://www.willowcreek.de/training/leitungskongress-2010/
http://www.kirche-und-milieus.de/
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