Wikipedia wird 25

Wikipedia ist heute eine der wichtigsten Wissensquellen der Welt. Seit 25 Jahren sammeln und teilen Freiwillige weltweit Wissen. Doch die Plattform steht vor Herausforderungen.
Von Norbert Schäfer
Wikipedia-Eintrag

Wikipedia wird am 15. Januar 25 Jahre alt. Was einst als kleines Projekt von Jimmy Wales und Larry Sanger begann, ist heute mit rund 60 Millionen Artikeln in mehr als 300 Sprachen eine der meistgenutzten Internetseiten weltweit und eine zentrale Quelle für freies Wissen.

Millionen Menschen nutzen täglich das Angebot. Schätzungen gehen davon aus, dass die Plattform mehr als 900 Millionen eindeutige Besucher pro Monat hat und monatlich etwa 15 Milliarden Seitenaufrufe verzeichnet werden. Dafür investieren viele tausend Freiwillige ihre Zeit, um Artikel zu schreiben, zu prüfen und zu verbessern. Das System funktioniert ohne zentrale Redaktion durch Gemeinschaftsarbeit, Transparenz und gegenseitige Kontrolle. Die deutschsprachige Wikipedia ist nach Angaben von PEW-Research nach der englischen eine der wichtigsten Ausgaben mit rund drei Millionen Einträgen.

Konkurrenz durch KI

Es gibt tausende Wikipedia-Artikel, die sich mit Religion im Allgemeinen und dem Christentum im Besonderen befassen. Listen wie „Index of religion-related articles“ oder „Index of Christianity-related articles“ geben nur ein unvollständiges Bild über die Zahl der Artikel, die sich mit Religions- und Glaubensthemen befassen. Nicht wenige davon sind „umkämpfte Artikel“. Solche Artikel, deren Inhalte strittig sind und deshalb heftig diskutiert und bearbeitet werden. Neben Glaubens- und Religionsthemen betrifft dies beispielsweise Artikel über Parteien, Politiker, Ideologien, Bioethik oder Genderfragen.

Das Projekt steht jedoch vor Herausforderungen: Die Konkurrenz durch KI-gestützte Informationsdienste wächst und auch Suchmaschinen liefern KI-Zusammenfassungen zu Themen. Wie die „Welt“ zum 25. Geburtstag schreibt, ist Wikipedia damit „zum Rohstofflieferant“ großer Tech-Firmen geworden, da nahezu „jedes relevante KI-Sprachmodell wie GPT von OpenAI oder Llama vom Facebook-Konzern Meta mit Wikipedia-Inhalten trainiert“ wurde. Zudem wird die Gewinnung neuer Ehrenamtlicher für die Redaktionsarbeit schwieriger und in einigen Ländern ist der Zugang zur Wikipedia eingeschränkt oder verboten.

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