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Wiedmann-Bibel vorm Lincoln Memorial in Washington

Die Wiedmann-Bibel, die längste Bibel der Welt, ist am Wochenende von mehr als 400 freiwilligen Helfern in Washington präsentiert worden. Die Menschenkette reichte vom Lincoln Memorial bis zum Denkmal für den Zweiten Weltkrieg und wieder zurück.
Von Jörn Schumacher
Ein Reporter des christlichen Nachrichtensenders CBN News berichtet von der Präsentation der Wiedmann-Bibel an der National Mall in Washington, D.C.

Foto: CBN News

Ein Reporter des christlichen Nachrichtensenders CBN News berichtet von der Präsentation der Wiedmann-Bibel an der National Mall in Washington, D.C.

Die Wiedmann-Bibel besteht aus 3.333 Bildern, die der deutsche Maler Willy Wiedmann in 16 Jahren malte. Das Leporello wurde in einer langen Reihe hochgehalten. Der Leiter des Bibelmuseums in Washington, Ken McKenzie, zeigte sich gegenüber CBN News erfreut: „Es ist die längste Bibel der Welt, und wahrscheinlich das längste illustrierte Buch der Welt. Und wir freuen uns über die Möglichkeit, sie der Region und der ganzen Nation zu präsentieren.“ Er betonte, dass die mittlerweile berühmte Wiedmann-Bibel zum ersten Mal vollständig in Amerika gezeigt werde.

McKenzie erklärte: „Wiedmann glaubte, dass über ein Drittel der Weltbevölkerung nicht lesen kann oder nicht in der Lage ist, über Geschriebenes zu lernen. Sie sollten über Bilder lernen. Das war die Motivation dafür, 16 Jahre seines Lebens damit zu verbringen, diese wundervolle Bibel zu gestalten.“

Familie wusste nicht über das Projekt Bescheid

Wiedmanns Sohn Martin ist es zu verdanken, dass das Kunstwerk an die Öffentlichkeit kam. Er entdeckte es per Zufall und ließ alle Bilder einzeln einscannen. Martin Wiedmann war für die Aktion aus Deutschland nach Washington gereist. Gegenüber CBN News sagte er: „Es gibt über eine Milliarde Menschen, die nicht lesen und schreiben können. Für sie ist dies eine Möglichkeit, sich mit der Bibel auseinanderzusetzen.“ Sein Vater habe sogar seiner eigenen Familie nichts von dem Projekt erzählt, sagte Wiedmann. „Ich war völlig überrascht, als ich sie entdeckte. Mein Vater hatte sie in vier große Aluminiumkoffer getan, die ich fand, nachdem er gestorben war.“ Die Wiedmann-Bibel wird derzeit im Bibel-Museum in Washington ausgestellt.

Wiedmann nahm sich stilistisch Anleihen bei verschiedenen Malern. Manches sieht nach Kubismus, Expressionismus, aber auch nach Surrealismus aus. Der amerikanische Sender schreibt auf seiner Webseite: „Manche der Bilder in der Wiedmann-Bibel könnten von Pablo Picasso oder Peter Max gemalt worden sein.“

Der Stuttgarter Künstler Willy Wiedmann sollte 1994 ursprünglich für die Zuffenhausener Pauluskirche in Stuttgart eine Bibel zeichnen. Die Verantwortlichen wurden sich nicht einig, aber Wiedmann fing einfach schon einmal an und malte die ersten Entwürfe. Was mit ein paar Bildern begann, endete 16 Jahre später mit einem Leporello, das über einen Kilometer lang ist und 3.333 Illustrationen enthält. Mittlerweile steht die Bibel mit einer Fläche von 645,2 Quadratmetern im Guinessbuch der Rekorde als das größte Faltbuch der Welt. Wiedmann starb 2013 im Alter von 84 Jahren in Bad Cannstatt.

Von: Jörn Schumacher

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