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Wider das Heiligabend-Ego-Shopping!

Viele Menschen nehmen die Advents- und Weihnachtszeit als Konsumterror wahr. Christen kritisieren das regelmäßig, aber oft machen sie genauso mit. Deshalb sollten sie dieses Jahr zu Heiligabend vormittags zu Hause bleiben. Ein Kommentar von Jonathan Steinert
Von PRO
Kurz vor den Weihnachtsfeiertagen wird das Gedränge in den Einkaufszentren größer sein
Kurz vor den Weihnachtsfeiertagen wird das Gedränge in den Einkaufszentren größer sein

Alle Jahre wieder löst schon der Gedanke an die Adventszeit und an Weihnachten bei vielen Menschen Stress aus: Termine und Arbeitsaufträge scheinen sich in diesen vier Wochen zu türmen wie sonst im ganzen Jahr nicht, dunkel ist es sowieso, und dann sind da ja noch die ganzen Geschenke, die man rechtzeitig zusammen haben muss. Und wie jedes Jahr ist ganz überraschend schon am 24. Dezember Heiligabend. Gut, dass die letzten Einkäufe noch bis 14 Uhr gemacht werden können – Bescherung und Weihnachtsbraten sind wieder einmal in letzter Minute gerettet.

Klar, wohl keiner will zu Heiligabend mit leeren Händen dastehen – weder als Schenkender noch als Beschenkter. Gleichzeitig kritisieren gerade Christen nicht zu selten, dass Weihnachten zu einem Fest des Kommerzes verkomme und das Wesentliche völlig aus dem Blick gerate. Aber steigt jemand aus dieser Maschinerie aus? Oder lässt man sich nicht trotzdem durch die Ladenstraßen schwemmen – sein Gewissen damit beruhigend, dass man sich ja bewusst sei, dass der Konsum natürlich nicht das Wichtigste an Weihnachten sei?

Liebe deinen Nächsten im Einzelhandel

Heiligabend fällt in diesem Jahr auf einen Sonntag. Sonntags haben Geschäfte normalerweise zu. Gesetze in den einzelnen Bundesländern regeln die Öffnungszeiten und erlauben für diesen speziellen Fall zum Teil Ausnahmen: Nur in Hessen und Rheinland-Pfalz müssen die Geschäfte tatsächlich geschlossen bleiben. In allen anderen Bundesländern dürfen einzelne Geschäftsbereiche wie Supermärkte und Tannenbaumverkaufsstände auch am sonntäglichen Heiligabend zwischen drei und sieben Stunden geöffnet haben – bis maximal 14 Uhr, in Berlin zum Teil sogar bis 18 Uhr. Das hat in den vergangenen Wochen eine öffentliche Debatte ausgelöst. Der Discounter Aldi hat bereits angekündigt, seinen Mitarbeitern einen freien Heiligabend zu gönnen. Die Gewerkschaft Ver.di ruft zum Boykott des Heiligabend-Shoppings auf. Gerade an diesem Tag die Sonntagsöffnungszeiten anzuwenden, sei zynisch. Schließlich wollten auch die Mitarbeiter des Einzelhandels sich auf Weihnachten vorbereiten und ein ruhiges Fest feiern können.

Allen voran sollten sich Christen dem Boykott anschließen. Ein Anspruch, an diesem Sonntag einkaufen gehen können zu müssen, zeugt von Egoismus: Hauptsache, ich kann auf dem letzten Drücker erledigen, was ich schon lang vor hatte. Jesus hat die Menschen gelehrt, zuerst den Nächsten im Blick zu haben – zu Heiligabend könnten das die Einzelhandelskauffrau und der Lagerist sein. Zumal sich alle während der verbleibenden sechs Wochen darauf einstellen können, dass an diesem Heiligabend manche Geschäfte geschlossen haben. Das sollte zu schaffen sein, auch bei allgemeinem Stress.

Wenn Christen dem Aufruf der Gewerkschaft folgen, könnte noch ein zweites Motiv sichtbar werden: Es wäre ein konkretes Zeichen dafür, dass es an Weihnachten um mehr geht als um Konsum. Diese Chance sollten sich Christen nicht entgehen lassen.

Von: Jonathan Steinert

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