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WHO fordert „klare Richtlinien“ zu Genmanipulation

Nachdem immer neue Details zu genveränderten Babys in China ans Licht kommen, will die Weltgesundheitsorganisation (WHO) „klare Richtlinien“ für den Eingriff ins menschliche Erbgut entwerfen. Zudem verdichten sich Zweifel am Erfolg des Experiments.
Von PRO
Die Weltgesundheitsorganisation fordert „klare Richtlinien“ für den Eingriff ins menschliche Erbgut

Foto: Max-Planck-Gesellschaft

Die Weltgesundheitsorganisation fordert „klare Richtlinien“ für den Eingriff ins menschliche Erbgut

Vor neun Tagen ließ die Nachricht aufhorchen, dass der chinesische Wissenschaftler He Jiankui genetisch veränderte Babys geschaffen habe. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) will auf die Versuche reagieren und klare Richtlinien für den Eingriff ins menschliche Erbgut festlegen. Dies teilte die WHO am Dienstag mit. Die Behörde wolle allerdings laut Süddeutscher Zeitung (SZ) nicht ausschließen, „dass Eingriffe wie jener in China eines Tages gebilligt werden können“.

Indes verdichten sich die Zweifel an dem Ergebnis des Versuchs, dass diese Kinder tatsächlich gegen den Aids-Erreger HIV immun sein sollen. Immer mehr Wissenschaftler äußern ihre Zweifel an Hes Forschungen und sprechen von „unzureichenden Methoden“. Der Crispr-Forscher Gaetan Burgio von der Australian National University kritisierte via Twitter, dass tiefergehende Untersuchungen notwendig seien, um Fehler aufspüren zu können, die während einer genetischen Veränderung mit der Genschere auftreten können.

Sean Ryder von der Universität Massachusetts erklärte laut SZ, dass die Experimente des chinesischen Wissenschaftlers zwei völlig neue Mutationen erzeugt hätten, deren Effekte gänzlich unbekannt sind. Zudem machte er deutlich, dass die Kinder keineswegs vor einer HIV-Infektion geschützt seien.

Kollegen waren informiert

Wie die Süddeutsche berichtet, hatte He zwei Fachkollegen über seine Pläne informiert. Mark DeWitt von der University of California betont, dass er deswegen keinen Alarm geschlagen habe, weil Hes Anfrage vertraulich gewesen sei. Laut der Zeitung habe DeWitt ihm zunächst sogar Tipps für die Umsetzung gegeben und erst später versucht, ihn von dem Plan abzubringen. Matthew Porteus aus Stanford habe He zurechtgewiesen, „in dem Glauben, das reiche aus“.

Auch an dieser Aussage gibt es laut chinesischer Medienberichte Zweifel. Im April habe sich He Jiankui als öffentlich geförderter Aids-Forscher ausgegeben. Er habe sechs Millionen Euro staatliche Förderungen für Aids-Forschungen erhalten, die nie dafür genutzt wurden. In Vorgesprächen soll He darauf hingewiesen haben, dass er in seinem Experiment Methoden anwende, die in China verboten seien. Trotzdem hätten ihm sieben Paare unter diesen Umständen die Teilnahme zugesichert. Mit den unterzeichneten Verträgen hätten ihm die Paare weitreichende Rechte zugesichert.

Von: Johannes Blöcher-Weil

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