Das christliche Medienmagazin

Werbespot mit Bar Refaeli erhitzt Gemüter

In einem Werbespot für eine israelische Textilmarke entledigt sich Topmodel Bar Refaeli demonstrativ eines Niqabs. Die Meinungen darüber gehen auseinander.
Von PRO
Der Niqab gilt als traditionelles Kleidungsstück muslimischer Frauen

Foto: Hoodies (Screenshot von YouTube)

Der Niqab gilt als traditionelles Kleidungsstück muslimischer Frauen

In den Sozialen Medien wird das israelische Model Bar Refaeli wegen vermeintlich islamfeindlicher Werbung kritisiert. In einem Werbevideo für eine israelische Bekleidungsfirma entledigt sich Topmodel Bar Refaeli einer traditionellen muslimischen Kopfbedeckung für Frauen, des Niqab, um danach im bauchfreien Outfit und mit offenen Haaren vor der Kamera eine Mischung von Tanz und Kampfsport zu präsentieren. Das insgesamt 20 Sekunden dauernde Video der Textilmarke Hoodies, an der das Model nach Angaben der Tageszeitung Jerusalem Post Geschäftsanteile hält, startet mit einer Großaufnahme der Augenpartie der jungen Frau, in der lediglich deren Augen und ein Teil der Stirn zu sehen sind und der Einblendung der Frage „Der Iran, ist das hier?“ in israelischen Schriftzeichen. Refaeli zieht dann den Niqab ab, schüttelt ihr Haar und startet mit ihrer Performance. Am Ende des Werbevideos steht die bauchfrei gekleidete Frau mit der Botschaft der Marke in englischer Sprache „Freedom is basic“ (Freiheit ist grundlegend).

Religiöse Inhalte für Werbung missbraucht

Das Internetmagazin jetzt, das von Redakteuren der Süddeutschen Zeitung mit verantwortet wird, schreibt am Freitag zu dem Werbefilm: „Er suggeriert, dass Frauen, die religiöse Kleidungsstücke wie Niqabs tragen, automatisch als Frauen zu sehen sind, die unterdrückt werden.” Das Werbevideo wurde nach seiner Veröffentlichung am Sonntag im israelischen Fernsehen und danach im Internet auf Instagram und YouTube innerhalb kurzer Zeit tausendfach angesehen und kontrovers kommentiert. Das Model teilte das Video zudem auf Facebook und erntet dafür teils heftige Kritik. Viele Kommentatoren bewerten das Werbevideo als „rassistisch” und „respektlos”. Es spreche muslimischen Frauen hinsichtlich Religion und Kleidungsstil die Entscheidungsfreiheit ab. Andere sind es leid, dass Muslimen erklärt werden soll, wie sie zu leben hätten. Verurteilt wird auch, dass kulturelle und religiöse Inhalte für Werbung missbraucht würden. Viele Kommentatoren mahnen zu mehr Respekt im wechselseitigen Umgang der Religionen und erkennen in dem Video eine Demütigung muslimischer Frauen, die einen Niqab tragen wollen. Freiheit bedeute, tragen zu können, was man wolle. Neben der zahlreichen Kritik stößt das Video aber auch auf Zustimmung. Ein Kommentar lautet beispielsweise: „Danke Bar Refaeli. Es gibt keine wirkliche ‚Wahl‘, wenn Kinder von Kindesbeinen an indoktriniert werden, um dieses Symbol für Frauenfeindlichkeit und Unterdrückung zu tragen.” Auf Instagram, dort hat Refaeli mehr als 2,7 Millionen Follower, hat das Model das umstrittene Werbevideo gelöscht.

Von: Norbert Schäfer

Helfen Sie PRO mit einer Spende
Bei PRO sind alle Artikel frei zugänglich und kostenlos - und das soll auch so bleiben. PRO finanziert sich durch freiwillige Spenden. Unterstützen Sie jetzt PRO mit Ihrer Spende.

Diskutieren Sie mit!

Wir freuen uns, wenn Sie uns Ihre Meinung sagen. Gerne klar, ehrlich, prägnant – aber bitte immer respektvoll, damit sich viele Menschen mit unterschiedlicher Meinung beteiligen. Daher achten wir besonders auf eine respektvolle Debattenkultur.
Jeder Leserkommentar wird vor der Veröffentlichung geprüft. Bitte beachten Sie dazu unsere Kommentar-Richtlinien. Manchmal kann es etwas dauern, bis ein Kommentar freigeschaltet ist. Sie haben ab Veröffentlichung sieben Tage Zeit, einen Artikel zu kommentieren. Danach wird der Kommentarbereich automatisch geschlossen.

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahren Sie mehr darüber, wie Ihre Kommentardaten verarbeitet werden.

Offline, Inhalt evtl. nicht aktuell

PRO-App installieren
und nichts mehr verpassen

So geht's:

1.  Auf „Teilen“ tippen
2. „Zum Home-Bildschirm“ wählen