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„Wer Gott aushält, landet in der Kirche”

Esther Maria Magnis hat ein Buch über ihren Glauben geschrieben. Darin erzählt sie, wie sie durch großes Leid hinweg Gott begegnet ist. Sie habe lernen müssen, auch die Abgründe ihres Schöpfers auszuhalten, erzählte sie am Dienstag bei einer Lesung in Berlin.

Von PRO

Foto: Paul Badde

„Die Bibel ist das Wort Gottes”, ist Magnis überzeugt. In der Humboldt Universität Berlin las die Katholikin aus ihrem Werk „Gott braucht dich nicht – eine Bekehrung”. Das biografische Buch sehen viele als dezidierte Kirchenkritik. Eine solche formulierte die Autorin auch bei ihrer Lesung. Als Kind habe sie im Religionsunterricht gelernt, dass Jesus nicht wirklich über das Wasser, sondern über eine Sandbank gelaufen sei und dass er nicht wirklich einen Blinden geheilt habe, sondern ihm vielmehr im übertragenen Sinne die Scheuklappen angesichts seiner Umstände von den Augen genommen habe. Doch dann habe sie Hiob gelesen und sei erschüttert gewesen, weil sie sich selbst in dieser Geschichte entdeckt habe. „Ich glaube, dass diejenigen in der Kirche landen, die Gott aushalten”, sagte sie und sprach sich gegen einen weichgespülten Glauben aus: Wer die Abgründigkeit Gottes nicht akzeptieren könne, scheitere an ihm. Zu oft machten Kirchengemeinden den Zweifel zum Thema und zu ihrer Liturgie.

In ihrem Buch erzählt Magnis in poetischer Sprache vom Tod ihres Vaters als sie noch ein Teenager war. Sie beschreibt, wie sie gemeinsam mit den Geschwistern wieder und wieder für Heilung betet. Als diese nicht eintritt und der Vater stirbt, entfernt sie sich von Gott. Nach und nach nähert sich Magnis in den darauffolgenden Jahren wieder dem christlichen Glauben. Als schließlich auch ihr Bruder schwer erkrankt und im Leid seinen eigenen Weg zu Gott findet, ist auch sie überzeugter denn je: „Wahrheit ist Gott.”

Heute ist sich Magnis sicher: Diejenigen bekehren sich, die am Leben von Gläubigen teilhaben. Das habe sie unter anderem während der Krankenzeit ihres Bruders festgestellt. Aus seinem Umfeld seien Menschen zum Glauben gekommen – trotz allen Leids. Das Wichtigste sei es, den Glauben zu kultivieren und zu pflegen. Sie selbst besuche mit ihrem Mann regelmäßig die Messe. Mittlerweile fühle sie sich sogar in Kirchengemeinden wohl, deren Besucher sich von ihr total unterschieden. „Ich suche nach der Gegenwart Gottes und nicht nach einem bestimmten Milieu”, sagte Magnis. (pro)

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