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Wenn Umweltschutz wichtiger wird als das Evangelium

Das Magazin Cicero hat den Volkskirchen eine schlechte Bilanz ausgestellt: zu wenig transzendent, zu weit links und zu politisch. Die Bibel werde als Hausapotheke für den politischen Gebrauch verwendet, lautet ein Vorwurf der Titelgeschichte.
Von PRO
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Die September-Ausgabe des Cicero stellt eine Frage, die Politik- und Kircheninteressierte beschäftigt

Foto: Cicero

Die September-Ausgabe des Cicero stellt eine Frage, die Politik- und Kircheninteressierte beschäftigt

Das Politikmagazin Cicero fragt in seiner aktuellen Titelgeschichte: „Wie politisch darf Kirche sein?“. Die Analyse der Autorin Sophie Dannenberg fällt ernüchternd aus. Sie beschreibt Gebetskreise und Treffen von Flüchtlingshelfern, die sie besucht hat, und nennt durchaus positive Aspekte. Zwar könne man die Naivität mancher Flüchtlingshelfer einfältig finden: „Aber wer sich vorstellt, einmal selbst in Not zu geraten, will genau auf diese Leute treffen.“

Der Artikel trägt die Überschrift „Bye bye, Transzendenz“ – eine Anspielung darauf, dass sich die Kirchen inzwischen mehr weltlichen als jenseitigen Dingen widmen. Und dies obendrein sehr einseitig: „Die evangelische Kirche in Deutschland ist eindeutig dem linken Spektrum zuzuordnen“, sagt der Extremismusforscher Klaus Schroeder, Leiter des Forschungsverbunds SED-Staat der Freien Universität Berlin. „Sie hat zudem keine Hemmungen, mit links außen zu kooperieren. Auch beim katholischen Kardinal Marx habe ich manchmal den Eindruck, der will die Partei, die sich ‚Die Linke‘ nennt, links überholen. Wenn das so weitergeht, machen die Kirchen sich überflüssig.“

Autorin Dannenberg kritisiert, Christen von heute seien auf den Gott der Bibel nicht mehr unbedingt angewiesen. „Sie haben jetzt neue Götter, die wie damals bei den Griechen die Welt besiedeln – den Gender-Gott, den Antirassismus-Gott, den Klima-Gott. Ihre CO2-Gesamtbilanz kennen die Kirchen inzwischen wohl besser als das Evangelium. Denn auch die Bewahrung der Umwelt ist längst zum aktiven Programmpunkt geworden.“

Eine Alternative zur EKD

Es scheint, als befreie sich das neue Christentum von seinem ursprünglichen Referenzsystem, schreibt die Journalistin. Zwar fände die Heilige Schrift noch Verwendung. „Aber die Bibel ist jetzt eher eine Hausapotheke für den politischen Alltagsgebrauch. Es spitzt sich auf einen Machtkampf zu – mit Gott. Als hätten sich die Christen von ihrem alten Herrn lange genug die Meinung geigen lassen. Vor allem die ,Ehe für alle‘ wirft die Frage auf, ob die Bibel noch à jour ist.“

Im Kontrast zu den zur Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) gehörenden Kirchen wird die Selbstständige Evangelisch-Lutherische Kirche (SELK) erwähnt. Die Journalistin besuchte den Pfarrer der Kirche St. Marien in Berlin-Zehlendorf, Markus Büttner. Er erklärt zur EKD: „In Predigten kriegt man oft zu hören: Trennt den Müll und seid nett zueinander. Und das ist als Quintessenz deutlich zu wenig. Manchmal, wenn ich in evangelischen Gottesdiensten bin, habe ich den Eindruck, die kriegen eine Bonuszahlung, wenn sie das Wort ‚Jesus‘ nicht erwähnen.“ Büttner will in seiner Kirche, deren Pfarrer nicht politisch seien, gegensteuern.

Neben der bereits erwähnten kritischen Betrachtung des politischen Kurses der katholischen Kirche besuchte die Autorin einen Gebetskreis der katholischen Friedensbewegung „Pax Christi“. Nach einem Vortrag über die Atomangriffe auf Hiroshima und Nagasaki habe man sich an den Händen gehalten und das Vaterunser gesprochen. Eine Teilnehmerin berichtet, dass der christliche Glaube für sie eine Zusatzmotivation sei, sie könnte aber auch bei Attac oder den Grünen aktiv sein. Dass sich „Pax Christi“ oft einseitig anti-israelisch zum Nahostkonflikt positioniert, bleibt im Artikel unerwähnt.

Im Fazit des Artikels heißt es schließlich: „Die Christen sind müde geworden, sie haben vergessen, wer sie sind. Sie retten keine Seelen mehr, nur noch die ganze Welt.“ (pro)

Von: mb

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