Kommentar

Wenn das Kreuz zum Machtsymbol wird

Natürlich wünschen sich Christen, dass biblische Werte auch in der Politik eine Rolle spielen. Daran ist nichts falsch. Doch wenn das Kreuz zum Machtsymbol wird, verkommt der Glaube an Jesus zur Karikatur.
Von Nicolai Franz
Eine USA-Fahne, im Hintergrund eine Kirche

Wer an Jesus glaubt und die Bibel für Gottes Wort hält, wird sich kaum darüber beschweren, wenn christliche Werte in der Politik eine Rolle spielen.

Doch Menschen wie „Kriegsminister“ Pete Hegseth und US-Präsident Trump zeigen, wie leicht Glaube auch missbraucht werden kann. Es ist nicht falsch, sich von der Bibel leiten zu lassen. Aber es ist falsch, den christlichen Glauben für die eigenen Zwecke zu missbrauchen. Sie nutzen ihre Position nicht, um Demut und Umkehr zu lehren, wie es jeder biblische Prophet getan hat. Sie predigen nicht Feindesliebe, sondern menschliche Gewalt, legitimiert durch angeblich göttliche Autorität. Und sie nutzen das Christentum, um zu spalten: Wer nicht für uns ist, ist gegen uns. Und damit gegen Gott.

Natürlich lassen sich in der Bibel allerhand Stellen finden, die hart und ausgrenzend wirken, wenn man den Rest der Bibel ignoriert. Wer die entscheidenden Aussagen Jesu Christi im Neuen Testament verschweigt, der sollte die Bibel in der Hand noch einmal intensiv lesen. Jesus ruft dazu auf, die zu segnen, die einen verfluchen, und denen Gutes zu tun, die einen hassen. Das ist das Gegenteil dessen, was bisweilen aus dem Weißen Haus, aus dem Pentagon und leider auch von mancher Kanzel in den USA ertönt.

Eine wichtige Lehre aus den Evangelien und der Geschichte ist: Das Reich Jesu ist nicht von dieser Welt. Es verbreitet sich nicht durch Mord und Totschlag, sondern durch die demütige Umkehr zu Jesus, der für die Sünden der Welt gestorben ist. Wie ein Senfkorn, das zur riesigen Pflanze wird. Christen sind nicht in der Welt, um über alle anderen zu herrschen. Sondern um ihnen in Jesu Namen zu dienen.

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