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Weltweites Entsetzen über Terror gegen Christen

Nach zwei Anschlägen mit über 40 Toten auf Christen in Ägypten solidarisiert sich Papst Franziskus mit den Opfern. Die Bundesregierung kondolierte dem ägyptischen Präsidenten, der inzwischen den Ausnahmezustand erklärt hat.
Von PRO
Christen werden in Ägypten im alltäglichen Leben diskriminiert, von Islamisten auch gewaltsam verfolgt (Symbolbild)
Christen werden in Ägypten im alltäglichen Leben diskriminiert, von Islamisten auch gewaltsam verfolgt (Symbolbild)

41 Tote und über 120 Verletzte – das ist die blutige Bilanz zweier Terroranschläge auf christliche Gottesdienste am Sonntag in Ägypten, die der Islamische Staat (IS) für sich beansprucht. Ägyptens Präsident Abdel Fattah al-Sisi erklärte den Ausnahmezustand und beauftragte die Armee, gefährdete Gebäude zu schützen. Am Palmsonntag hatten Terroristen die Kirchen koptischer Christen in Tanta und Alexandria angegriffen.

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) kondolierte dem ägyptischen Präsidenten, sagte Regierungssprecher Steffen Seibert. Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier (SPD) erklärte, die Opfer seien „feige ermordet“ worden.

Der Vorsitzende der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, Volker Kauder, erklärte sich ebenfalls mit den Kopten solidarisch. Kauder war in den vergangenen Jahren mehrfach nach Ägypten gereist, um sich über die schwierige Lage der Christen im Land zu informieren und auf ihre Situation aufmerksam zu machen. US-Präsident Donald Trump erklärte auf Twitter, er vertraue dem ägyptischen Präsidenten, auf die Situation angemessen zu reagieren.

Papst Franzisus erklärte am Sonntag: „Möge Gott die Herzen derjenigen bekehren, die Terror, Gewalt und Tod säen und auch die Herzen derjenigen, die Waffen herstellen und damit handeln.“ Der Vorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland, Heinrich Bedford-Strohm, sagte in einem Kondolenzschreiben an den koptischen Papst Tawadros: „Wir bitten den allmächtigen Gott, die Hinterbliebenen zu trösten und seine Gemeinde im Nahen Osten und insbesondere in Ägypten zu stärken.“

Russlands Präsident Wladimir Putin teilte laut Informationen des Nachrichtensenders n-tv mit: „Die Terroristen versuchen nicht nur, die Menschen einzuschüchtern, sie wollen auch Zwietracht zwischen den Vertretern verschiedener Konfessionen säen.“

Menschenrechtler: Lage für Christen wird sich verschlechtern

Die Menschenrechtsorganisation „Gesellschaft für bedrohte Völker“ (GfbV) warf am Montag dem ägyptischen Präsidenten Al-Sisi eine Mitschuld an den Anschlägen vor. Die Verhängung des Ausnahmezustandes werde die Terrorangriffe gegen Christen nicht eindämmen, sondern nur weiter anheizen. „Denn der Ausnahmezustand wird die Zahl der politisch motivierten Festnahmen noch weiter ansteigen lassen und Unmut unter der Zivilbevölkerung schüren, der sich wieder gegen die Christen wenden könnte“, warnte der GfbV-Afrikaexperte Ulrich Delius.

„Eine wirksamere Antwort auf den Terror wäre es, die Ausgrenzung von Kopten endlich zu beenden und damit das klare Signal an das In- und Ausland zu senden: Christen sind ein fester Bestandteil der ägyptischen Gesellschaft und gleichberechtigte Bürger“, sagte Delius. Deshalb habe die GfbV Al-Sisi nachdrücklich dazu aufgefordert, Kopten endlich auch ihrem Bevölkerungsanteil von rund zehn Prozent entsprechend in höherrangige Positionen von Verwaltung, Polizei, Armee und Justiz aufzunehmen. Das im Jahr 2016 verabschiedete Gesetz, das den Neubau von christlichen Kirchen unter bestimmten Bedingungen regelt, sei bei weitem nicht ausreichend, die christliche Konfession mit dem Islam gleichzustellen.

Open Doors: Bitte um Gebet

Das überkonfessionelle christliche Hilfswerk Open Doors befürchtet, dass die Bluttaten vom Palmsonntag noch nicht das Ende der Gewalt gegen Christen sein werden. Am 20. Februar hatte der IS in einem Video alle ägyptischen Christen als „Ungläubige“ bezeichnet, die sterben müssten. „Kairo wird befreit werden“, hieß es dort unter anderem. Im Januar und Februar wurden auf dem Nordsinai sieben Christen kaltblütig in ihren Wohnungen ermordet. Wegen der Zunahme der Gewalt und der Ankündigung weiterer Bluttaten auf dem Nordsinai flohen fast alle Christen aus der Stadt Al-Arisch.

Nach Einschätzung von Open Doors sollen Anschläge wie am Palmsonntag die Christen in Angst und Schrecken versetzen und womöglich gewaltsame Gegenreaktionen provozieren.

Markus Rode, Geschäftsführer von Open Doors Deutschland, erklärte: „Wir sind zutiefst betroffen über das Leid der vielen Opfer der Anschläge. Es gibt kaum Worte, die zu trösten vermögen, außer der Gewissheit, dass die ermordeten Christen jetzt bei Jesus sind, den sie in ihrem Leben und ihren Gottesdiensten bezeugt haben. Bitte beten Sie mit uns für die Angehörigen der Opfer um Heilung der inneren und äußeren Wunden und um die Kraft, den irregeleiteten Tätern zu vergeben.“ (pro)

Hinweis der Redaktion: Dieser Text wurde im Laufe des Montags mehrfach aktualisiert und erweitert.

Von: mb

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