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Weltausstellung Reformation eröffnet

Die Weltausstellung zum 500-jährigen Reformationsjubiläum ist am Samstag in Wittenberg eröffnet worden. Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier würdigte das Erbe Martin Luthers, Margot Käßmann wünschte sich Weltoffenheit und ökumenische Weite für das Jubiläum.
Von Anna Lutz
Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier (SPD) würdigte Luthers Beitrag zu Leben und Kultur in Europa

Foto: pro/Anna Lutz

Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier (SPD) würdigte Luthers Beitrag zu Leben und Kultur in Europa

Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier erklärte bei der Eröffnung der Weltausstellung Reformation am Samstag in Wittenberg, Luther habe Kultur und Leben in Europa nachhaltig beeinflusst. „Diese Kraft ist nicht erschöpft, sie ist hochaktuell und geht uns an.“ Das Nachdenken über Freiheit von Zwang und Unterdrückung sei „Teil der ungeheuren Wirkungsgeschichte, die die Reformatoren ausgelöst haben“. Dazu gehöre auch der Respekt vor Andersgläubigen. Steinmeier sprach von einer „Leuchtkraft, die bis in die entferntesten Winkel unserer Welt hineingestrahlt hat“. Reformation heiße auch, in der Zukunft Verantwortung zu übernehmen. „Es scheint für einige wieder attraktiv zu sein, Tore zu schließen, anstatt Tore zu öffnen”, sagte er mit Verweis auf politische Entwicklungen im Ausland. Deshalb sei die Botschaft der Reformation „von Vielfalt, Freiheit und Gerechtigkeit” auch heute aktuell.

Die Botschafterin für das Reformationsjubiläum, Margot Käßmann, sagte in einem Festgottesdienst, die Veranstaltung mit 500.000 erwarteten Besuchern sei für sie das Herzstück des Reformationssommers. „Wenn sich zeigt, dass wir Reformation in weitem, offenem Raum und in internationalem wie ökumenischem Horizont wahrgenommen haben als Aufbruch in das 21. Jahrhundert, wäre das Ziel erreicht.“ Käßmann betonte auch die ökumenische Perspektive des Reformationsjubiläums: „Wir feiern nicht gegen jemanden, sondern miteinander.“ Wittenberg sei als Standort von historischer Bedeutung. „Es ist der Ort, aus dessen Toren die Botschaft von der Freiheit eines Christenmenschen herausging, aus dessen Toren die Kunde kam, dass niemand Ablass gegen Geld kaufen muss, sondern Gott und aus Gnade allein Lebenssinn zusagt.“

Offenheit und Jesus Christus

Zuvor hatte der Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland, Heinrich Bedford-Strohm, betont, Offenheit und der Verweis auf Jesus Christus seien Grundpfeiler der Weltausstellung. Der Oberbürgermeister der Stadt Wittenberg, Torsten Zugehör, gab zu, die vielen Baustellen der vergangenen Monate seien eine Herausforderung für die Anwohner gewesen. Der Ministerpräsident von Sachsen-Anhalt, Reiner Haseloff (CDU) erklärte, das Ergebnis biete dennoch für jeden etwas, egal, ob kirchennah oder nicht.

In den kommenden 16 Wochen finden in Wittenberg im Rahmen der Weltausstellung 2.000 Veranstaltungen statt. 25 Millionen Euro haben die Veranstalter in das Projekt investiert, das sieben sogenannte Torräume umfasst. Dazu gehört etwa ein 30 Meter hoher Turm in Form einer Lutherbibel am Hauptbahnhof oder eine Installation am stadteigenen Schwanenteich. Auf ihm treiben nun nachgebaute Flüchtlingsboote, die an die ertrunkenen Geflüchteten im Mittelmeer erinnern sollen. (pro)

Von: al

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