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„Welt“ über die Hetze gegen Christen im Irak

Christen im Irak sind derzeit massiven Gräueltaten ausgesetzt. "Schutzgelder werden erpresst, Läden geplündert, gebrandschatzt und enteignet, Kirchen in die Luft gesprengt, Mädchen vergewaltigt und zwangsislamisiert, Priester enthauptet oder gekreuzigt." "Welt"-Autor Heimo Schwilk widmet sich den Hintergründen in einer Reportage in der aktuellen Ausgabe.
Von PRO

„Die Lage der Christen im Irak ist unvermindert drastisch“, schreibt Schwilk in seinem Bericht über die Verfolgungen im Irak. Immer wieder fielen religiöse Minderheiten wie armenische, chaldäische und syrische Christen und Glaubensgemeinschaften den Aggressionen der Extremisten im Irak zum Opfer. Familien würden erpresst und bedroht, sodass vielen Christen nur die Flucht aus dem Irak bleibe.

Deutschland setzt sich für Hilfe ein

Die Not der Christen im Irak sei erst durch einen Vorstoß von Bundesinnenminister Wolfgang Schäuble ins Bewusstsein der deutschen Öffentlichkeit gerückt worden, so Schwilk. Angeregt durch alarmierende Berichte nach der Ermordung des Mossuler Bischofs Paulos Faraj Rahho, habe Schäuble im April die Innenminister der Länder und seine europäischen Kollegen informiert, dass sich Deutschland dafür einsetze, ein größeres Kontingent von geflüchteten Christen in Europa aufzunehmen.

„Die EU-Amtskollegen“, so Schwilk weiter, „waren anfangs wenig begeistert von der deutschen Initiative. Man dürfe die Entscheidung nicht von Religion oder Rasse abhängig machen, hieß es.“ Schweden, Frankreich und Finnland signalisierten jedoch Zustimmung zu den Plänen Schäubles, ein EU-Beschluss werde dennoch erst im Herbst 2008 erwartet.

Verfolgungen unter Saddam

Laut Angaben des UN-Flüchtlingshilfswerks UNHCR fliehen jeden Monat etwa 50.000 Iraker aus ihrer Heimat aus Angst vor Gräueltaten. Rund 75.000 Iraker leben mittlerweile in Deutschland, mehr als 10.000 von ihnen sind Christen. Ein Großteil der irakischen Flüchtlinge kam bereits nach dem Giftgasangriff Saddams 1992 und nach der Kuwait-Invasion 1993 nach Deutschland.

Diskriminierung der Christen im Irak sei bereits schon unter Saddam Hussein gängige Praxis gewesen, wenn auch weniger grässlich als heute, berichten die schon länger in Deutschland ansässigen Iraker. Schon zu Beginn der 90er-Jahre habe es Christenpogrome gegeben. „Kauft nicht bei Christen ein“, sei an Läden geschmiert worden. Schlimmer noch: Christen wurden ermordet und wegen ihres Glaubens ausgegrenzt.
Den ganzen Beitrag von „Welt“-Autor Heimo Schwilk lesen Sie hier: www.welt.de

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