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Welt am Sonntag: Leitfaden zum Lügen

Lügen gilt in unserer Gesellschaft als moralisch verwerflich. Die Bibel richtet sich in den 10 Geboten auch gegen die Unwahrheit. Ein Artikel in der Welt am Sonntag gibt Tipps, wie man am besten lügt – ungelogen jetzt! | Ein Kommentar von Norbert Schäfer
Von PRO
Gekreuzte Finger gelten als Symbol für Lüge und Unehrlichkeit

Foto: uwe spielhaupter / fotolia

Gekreuzte Finger gelten als Symbol für Lüge und Unehrlichkeit
Bei Gesprächen unter Jugendlichen ist der Ausdruck üblich, zuweilen auch unter Erwachsenen. Will einer der Gesprächspartner darauf hinweisen, dass das Gesagte wirklich wahr ist, fügt er den Nachsatz „ungelogen jetzt“ hinzu. Schlechte Strategie, denn wer beteuert, dass etwas besonders glaubwürdig sei, erreicht genau das Gegenteil. So steht es in dem Artikel „Die hohe Kunst der Lüge“, erschienen in der Welt am Sonntag. Darin beschreibt Autorin Fanny Jiménez anhand eines Leitfadens insgesamt fünf Strategien, mit denen man erfolgreich die Wahrheit verdreht. Demnach hat der amerikanische Psychologe Robert Feldman herausgefunden, dass in einem zehnminütigen Gespräch dreimal gelogen wird. Der Lügenforscher sagt, dass die meisten Menschen auch schlecht darin sind, Lügen anderer zu entlarven. Nur etwa 50 Prozent der Lügen würden entdeckt. Selbst geschulte Experten, darunter Kriminalbeamte und Richter, fänden nur etwa rund 70 Prozent der Unwahrheiten heraus. Das Thema „Lügen“ ist interessant und auch wert, in einem Artikel beleuchtet zu werden. Es irritiert allerdings in höchstem Maße, dass das Thema anhand eines „Leitfadens“ in der Rubrik „Wissen“, ohne jeglichen für mich erkennbaren Anflug von Satire oder Sarkasmus daherkommt. Nüchtern und sachlich erklärt die Autorin, wie man mittels fünf unterschiedlicher Strategien zu einem besseren Lügner wird. Die mögen auch funktionieren. Allerdings ist die Konklusion des Artikels zweifelhaft, wenn der zu dem Ergebnis kommt: „Belüge dich selbst! Das legt den Grundstein für Glaubwürdigkeit gegenüber anderen.“ Auf diesen, – so bleibt zu hoffen – nicht gänzlich ernst gemeinten, Leitfaden sollten Christen verzichten. Für sie muss weiterhin gelten: Sag die Wahrheit. Auch wenn sie unvorteilhaft oder unpopulär ist. Ich bin Nassrasierer. Das zwingt mich, schon morgens der Wahrheit ins Auge zu sehen. Und: Ich möchte als Christ einfach nicht lügen, auch wenn mir das nicht durchgängig gelingt. Von Martin Luther stammt der Ausspruch: „Die Lüge ist wie ein Schneeball: Je länger man ihn wälzt, desto größer wird er.“ Wie wahr. (pro)
https://www.pro-medienmagazin.de/film/detailansicht/aktuell/wer-luegt-kommt-in-die-hoelle/
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