Wegen Israel-Solidarität: Konzert von US-Gospelsänger Israel Houghton abgesagt

Weil er sich zu Israel bekennt, darf US-Gospelsänger Israel Houghton nicht in Indonesien auftreten. Das Land steht Israel ablehnend gegenüber und auch Christen haben es dort schwer.
Von Swanhild Brenneke
Gospelsänger Israel Houghton bei einem Konzert

Der amerikanische Sänger Israel Houghton sollte eigentlich in Jakarta in Indonesien am 24. Oktober ein Konzert spielen. Das Land hat den Auftritt nun aber abgesagt. Der Grund: Houghton bekennt öffentlich seine Solidarität mit dem Staat Israel.

Der Sänger habe schon in anderen Ländern seine Konzerte dafür genutzt, um politische Unterstützung für Israel zu äußern, sagte Indonesiens Justizminister Yusril Ihza Mahendra nach Angaben der Deutschen Presseagentur (dpa). Houghton hatte unter anderem im Oktober 2023, nach dem Terrorangriff der Hamas, erklärt: „Ich stehe an der Seite Israels.“

Der Staat Indonesien lehne christliche Gospelmusik nicht generell ab, heiße es in einer Erklärung. Jedoch würden Bestrebungen, „die dem Kampf des palästinensischen Volkes schaden, nicht im Einklang mit dem Denken und den Bestrebungen unserer eigenen Gesellschaft stehen.“ Der Konzertabsage sollen pro-palästinensische Proteste vorausgegangen sein.

US-Sänger Israel Houghton ist mit seiner Gospelmusik international erfolgreich. Unter anderem wurde er bereits mit acht Grammys ausgezeichnet.

Indonesien ist das bevölkerungsreichste muslimische Land der Welt und steht Israel ablehnend gegenüber. Es gibt keine diplomatischen Beziehungen zwischen beiden Ländern. Unter anderem erklärte das Land, es wolle Israel erst dann als Staat anerkennen, wenn dieses wiederum eine Eigenstaatlichkeit Palästinas anerkenne.

Christen und besonders christliche Konvertiten leiden in Teilen Indonesiens unter Diskriminierung und öffentlichem Druck, obwohl das Christentum dort eine von sechs anerkannten Religionen ist, berichtet die christliche Hilfsorganisation „Open Doors“. Im Land gelten strenge Blasphemiegesetze und strenge Auflagen, zum Beispiel für den Bau oder die Gründung von Kirchen. In einigen Landesteilen herrschen radikal-islamische Gruppen.

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