Das christliche Medienmagazin

Wegen Drohungen: DITIB sagt Fastenbrechen mit Bundestagspräsidenten ab

Der Moscheen-Dachverband DITIB hat das Fastenbrechen mit dem Bundestagspräsidenten Nobert Lammert während des Ramadan am Donnerstag in einer Berliner Gemeinde abgesagt. Grund seien Sicherheitsbedenken, da zuvor türkische Nationalisten im Internet Drohungen verbreitet hatten.
Von PRO
Der türkisch-islamische Dachverband DITIB hat das Fastenbrechen mit Norbert Lammert am Donnerstag abgesagt

Foto: pro

Der türkisch-islamische Dachverband DITIB hat das Fastenbrechen mit Norbert Lammert am Donnerstag abgesagt
Im Rahmen des muslimischen Fastenmonats sollte Bundestagspräsident Norbert Lammert (CDU) am Donnerstagabend in die Berliner Sehitlik-Moschee zum Fastenbrechen kommen. Die Türkisch-Islamische Union der Anstalt für Religion (DITIB) hat den Termin „wegen Drohungen“ abgesagt. Zum Fastenbrechen waren auch der Abgeordnete Özcan Mutlu (Bündnis 90/Die Grünen) und die Abgeordnete Azize Tank (Die Linke) eingeladen. Tank hatte vergangene Woche für die Völkermord-Resolution des Bundestages zu den Massakern an den Armeniern im Osmanischen Reich gestimmt, Mutlu beteiligte sich nicht an der Abstimmung. Wie das Büro des Grünen-Politikers gegenüber pro angab, nahm er am ersten Teil der Debatte teil, bei der Abstimmung war er nicht mehr im Plenum. Der Präsident der Türkischen Gemeinde zu Berlin, Bekir Yilmaz, listete am Montag auf Facebook die eingeladenen Politiker auf und schrieb dazu: „Wenn wir zeigen, dass wir nach nur einer Woche vergessen, können sie alles mögliche Böse mit uns machen?“ Laut Berliner Zeitung (BZ) rief er auch zu Demonstrationen vor der Moschee auf, in der das Fastenbrechen stattfinden sollte.

Absage wegen „Hass und aggressiver Ablehnung“

In einer Erklärung des DITIB-Verbandes, die pro vorliegt, hießt es: „Wozu Hass und aggressive Ablehnung führen, haben wir aktuell erlebt. Wegen Drohungen haben wir uns dazu entschlossen, unseren Iftar-Empfang (d. Red.: Iftar bedeutet Fastenbrechen) in Berlin abzusagen.“ Dies solle eine Mahnung an alle sein, „die durch Aggression und Hass Menschen daran hindern, ihrem Glauben zu folgen, den Ramadan zu leben und sich mit anderen auszusprechen und den Weg der Versöhnung zu suchen“. Weiter äußert sich der Dachverband: „Nicht nur mit Menschen, die uns gleichgesinnt sind, sondern gerade auch mit Menschen, mit denen wir Meinungsverschiedenheiten haben. Genau dort, an einer Iftar-Tafel, können wir einander in der besten Weise kritisieren und in Frage stellen, gerade dann auch, wenn uns Entscheidungen bestimmter Instanzen und Mandatsträger missfallen.“ DITIB verurteile „jede öffentliche Schmähung, jeden Aufruf zu Hass und Gewalt“.

DITIB: Negative Auswirkungen auf deutsch-türkisches Verhältnis

DITIB selbst ist nicht unumstritten. Die Behörde für Religionsangelegenheiten beim türkischen Ministerpräsidenten in Ankara leitet DITIB an. Wegen „ihrer Nähe zum türkischen Staat“ fragte der Journalist Jörg Lau in einem Zeit-Blogeintrag, ob „Ditib als langer Arm Erdogans“ zu sehen sei. Die Türkei und türkische Verbände kritisieren die Völkermord-Resolution scharf. Vor der Abstimmung warnte die DITIB die Bundestags-Abgeordneten davor, die Massaker an den Armeniern als Völkermord einzustufen. Murat Kayman, der Koordinator der DITIB-Landesverbände, sagte bereits vor der Abstimmung gegenüber NDR Info: „Der politische Ton im Verhältnis Deutschland – Türkei war sehr schrill, ist weiterhin sehr schrill, und ich befürchte, dass die Ereignisse nicht dazu beitragen, dass sich der Ton versachlicht und das wird dann auch auf das Zusammenleben hier in Deutschland eher negativen Einfluss nehmen, als dass er harmonisierend wirkt.“ (pro)
https://www.pro-medienmagazin.de/politik/detailansicht/aktuell/bundestag-stimmt-fuer-voelkermord-resolution-96317/
https://www.pro-medienmagazin.de/politik/detailansicht/aktuell/nach-armenien-resolution-tuerkei-zieht-botschafter-ab-96322/
https://www.pro-medienmagazin.de/politik/detailansicht/aktuell/tuerkischer-minister-zieht-die-nazi-karte-96336/
Ihr Beitrag für christliche Werte in den Medien
Bei PRO sind alle Beiträge frei zugänglich und kostenlos - und das wird auch so bleiben. PRO finanziert sich durch freiwillige Spenden.

Wir arbeiten in der PRO-Redaktion jeden Tag dafür, Ihnen solide Informationen zu liefern über Themen, die Sie interessieren.

Nur mit Ihrer Unterstützung können wir weiterhin den christlichen Journalismus bieten, den Sie von PRO kennen.

Viele PRO-Leser helfen schon mit. Sind Sie dabei?

Schreiben Sie einen Kommentar

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.

Bitte beachten Sie unsere Kommentar-Richtlinien. Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahren Sie mehr darüber, wie Ihre Kommentardaten verarbeitet werden.

Offline, Inhalt evtl. nicht aktuell

PRO-App installieren
und nichts mehr verpassen

So geht's:

1.  Auf „Teilen“ tippen
2. „Zum Home-Bildschirm“ wählen