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„Was helfen wunderbare Glaubensbekenntnisse, wenn im Alltag nichts ankommt?“

Erstmals hat Ekkehart Vetter, Vorsitzender der Deutschen Evangelischen Allianz seit Anfang des Jahres, am Mittwoch die Allianzkonferenz in Bad Blankenburg eröffnet. Das diesjährige Motto „reform.aktion“ greift das Reformationsjubiläum auf. Vetter rief in seiner Predigt dazu auf, dass Christen den Glauben über den sonntäglichen Gottesdienst hinaus im Alltag leben sollen.
Von PRO
Ekkehart Vetter am Mittwochabend bei der Allianzkonferenz in Bad Blankenburg

Foto: pro/Michael Müller

Ekkehart Vetter am Mittwochabend bei der Allianzkonferenz in Bad Blankenburg

„Was helfen die wunderbaren Glaubensbekenntnisse, wenn im Alltag nichts ankommt?“, fragte Ekkehart Vetter, der Vorsitzenden der Deutschen Evangelischen Allianz (DEA), in seiner Predigt am Mittwoch zum Auftakt der diesjährigen Allianzkonferenz in Bad Blankenburg. Die 122. Konferenz steht unter dem Motto „reform.aktion“ und greift Impulse aus der Reformation vor 500 Jahren auf. Mit Bibelarbeiten, Seminaren und kulturellen Angeboten möchte das Treffen Christen Mut machen, ihren Lebensstil an Jesus Christus auszurichten und sich in der Gesellschaft zu engagieren.

In Erwartung: Wenige Minuten vor Beginn der Eröffnungsveranstaltung Foto: pro/Michael Müller
In Erwartung: Wenige Minuten vor Beginn der Eröffnungsveranstaltung

Pastor Vetter, der hauptamtlich Präses des freikirchlichen Mülheimer Verbandes ist, nahm sich genau dies zum Vorhaben seiner Predigt und machte den Zuhörern Mut für ein engagiertes Christsein. Es sei wichtig, dass der am Sonntag gelebte Glaube über das Wochenende hinaus in den Alltag wirkt. Das sei sinngemäß auch Paulus‘ Anliegen im Römerbrief gewesen. Vetter zitiert aus Römer 10,4: „Denn Christus ist des Gesetzes Ende, wer an den glaubt, der ist gerecht.“ Paulus wolle mit diesen Worten „den Montagsatheisten entgegenwirken“. Das seien diejenigen, deren Glauben nicht in die Woche hinein reicht.

„Immer in den roten Zahlen“

Für Juden zu Paulus’ Zeiten brach mit dem Vers aus dem Römerbrief „das komplette Glaubensgerüst zusammen“, erklärte Vetter. Eine Frage, die die Juden zu der Zeit bewegte, war, ob Gott sein Volk verstoßen hat. Die Juden achteten streng das Gesetz. In Römer 3,31 steht jedoch: „Heben wir denn das Gesetz auf durch den Glauben? Das sei ferne! Sondern wir richten das Gesetz auf.“

Vetter erklärt: „Jesus ist das Ziel des Gesetzes.“ Er sagte den Juden sinngemäß, sie könnten „religiös ackern”, so viel sie wollen. In Bezug auf das Gesetz seien sie „immer in den roten Zahlen“. „Jesus hat euch die Gerechtigkeit vor Gott geschenkt, die ihr allein nie erreichen würdet.“ Für Jesus habe sich auch nicht die Frage der Judenmission gestellt. Für ihn sei klar gewesen, dass sie zu ihm kommen sollen.

„Einladung zu Christus hören“

Weiter geht Vetter auf Römer 10,2 ein: „Denn ich bezeuge ihnen, dass sie Eifer für Gott haben, aber ohne Einsicht.“ Damit seien vermutlich Leute gemeint, die es ernst nehmen mit dem Glauben, aber irgendwann einen falschen Weg genommen haben. Es gehe ihnen mehr um öffentliche Frömmigkeit, als um ein ehrliches Glaubensleben mit Hingabe. So werde „die Summe meines frommen Tuns nach und nach zur der eigenen Identität meines Glaubenslebens“. Was zähle, sei aber tatsächlich die gelebte Barmherzigkeit.

So würden heute viele Menschen in Gemeinden vielleicht abgeschreckt von dem hohen Niveau der Frömmigkeit. „Doch Jesus schafft die einzige Gerechtigkeit, die gilt.“ Jesus kenne auch die „Untiefen unseres Wesens und nimmt uns trotzdem an“. Menschen brauchten Liebe und Annahme. „Sie müssen die Einladung zu Christus hören, der jeden rettet, der an ihn glaubt.“ Die Gerechtigkeit, die vor Gott gilt, habe einen Namen: „Der ist Jesus Christus.“ Vetter stellte in seiner Predigt auch die These auf, dass es ohne den Römerbrief vielleicht keine Reformation gegeben hätte.

Frank Heinrich (CDU) im Gespräch mit Pfarrerin Monika Deitenbeck-Goseberg Foto: pro/Michael Müller
Frank Heinrich (CDU) im Gespräch mit Pfarrerin Monika Deitenbeck-Goseberg

Bergpredigt ermahnt Frank Heinrich zu guten Umgang mit dem Nächsten

Die Pfarrerin Monika Deitenbeck-Goseberg führte durch den Abend und fragte den Bundestagsabgeordneten Frank Heinrich zum Thema „Sola Scriptura“. Was die wichtigsten Schriften in Heinrichs Leben sind, wollte sie wissen. Der CDU-Politiker zählte die Bibel auf, mit ihr erlebe er immer wieder „Wellen“ und entdeckt immer wieder Neues in ihr. Zudem nannte er die Bücher „Kompromisslos – Keith Green“ von Melody Green und „William Booth – Der General Gottes und seine Heilsarmee“ von Richard Collier über die Entstehung der Heilsarmee. Letzteres habe Heinrich, der selbst Mitglied der Heilsarmee ist, sehr geprägt.

Die Bergpredigt ermahne den Abgeordneten konkret, wie er mit seinen Kollegen umgehe – ob sie in seiner Partei seien oder nicht – oder auch, wie er mit dem Klima umgehe. Ein weiterer Wegweiser für den Politiker ist der Vers aus Micha 6,8: „Es ist dir gesagt, Mensch, was gut ist und was der Herr von dir fordert: nichts als Gottes Wort halten und Liebe üben und demütig sein vor deinem Gott.“

An der Allianzkonferenz nehmen noch weitere Politiker teil. Am Sonntag wird der Vorsitzende der Unionsfraktion im Bundestag, Volker Kauder, zu den Themen Christsein in der Welt sowie Religionsfreiheit und Christenverfolgung sprechen. (pro)

Von: mab

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