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Warum Roger Willemsen an die Kirche glaubt

Der vielseitige Buchautor, Moderator und Kolumnist Roger Willemsen kann den christlichen Glauben nicht so recht für sich annehmen, sieht die Kirche jedoch als wichtig an. In einem Interview mit dem Radiosender "hr1" sagte Willemsen, der soeben ein Buch über die biblische Figur Hiob veröffentlichte, warum das so ist.
Von PRO

Foto: qnibert00 / CC-BY-NC-ND

Auf die Frage, wie er es mit dem Glauben halte, antwortet der vielgereiste Buchautor: "Ich wünschte, ich hätte ihn. Ich beneide manchmal diejenigen, die diese Zuversicht besitzen. Je älter ich werde, umso mehr respektiere ich Glaubensarten in aller Form." Er selbst übernehme immerhin Teile der christlichen Ethik. "Das hilft mir auch."

Ihn beeindrucke zudem die Kultur der Kirchen – von Fresken über Altarbilder bis hin zur Orgelmusik. "Aber ich bin für Rückzugsräume, in denen man Stille erleben kann, außerordentlich dankbar."

Die Frage, warum es laut Umfragen eine Kluft gebe zwischen dem einzelnen Gläubigen und der Einrichtung Kirche, beantwortet Willemsen damit, dass die Kirche belastet sei durch "Schrecken" in der Geschichte, mit der sie verbunden werde. "Auf der anderen Seite glaube ich, werden viele Leute die Grundwerte der Kirche, also Nächstenliebe, Fürsorge, Barmherzigkeit, eine gewisse Haltung der Demut oder des Tröstens für wichtig halten. Deshalb werden sie sich von diesen Elementen der Kirche nicht trennen wollen. Und schließlich werden sie für Möglichkeiten von Transzendenz dankbar sein."

Willemsen ist sich sicher: "Wir brauchen Kirche für die Erinnerung an das, was nicht in der materiellen Welt aufgeht. Wir brauchen sie auch als Erinnerung an die Höherrangigkeit eines Lebens, das zu einem Teil wenigstens für andere da ist, also einer Gemeinschaftsidee, die ohne die Kirche wahrscheinlich dramatisch schrumpfen würde. Ich glaube, von diesen Elementen der Kirche werden sich die Menschen sehr viel schlechter trennen können als vom Abendmahl."

Kinderbuch zu Hiob

Roger Willemsen arbeitete als Dozent, Herausgeber, Übersetzer, Essayist und Korrespondent aus London, als Moderator, Regisseur und Produzent fürs Fernsehen. Heute steht er mit Soloprogrammen auf der Bühne. Vor kurzem ist sein Buch "Das müde Glück: Eine Geschichte von Hiob" für Kinder ab etwa acht Jahren im Hansischen Druck- und Verlagshaus erschienen. Es handelt von einem "braven" Herrn Hopp, der einen kleinen Zirkus besitzt. Beim Spaziergang trifft er auf Herrn Gottlieb, einen Griesgram, der gerne anderen die Laune vermiest. Er enttarnt Herrn Hopp als Hiob – und daraufhin verlässt den Zirkusdirektor das Glück: Seine Tiere sterben, seine Frau und seine Söhne verlassen ihn, und er wird krank.

Willemsen habe den biblischen alten Stoff neu bearbeitet und rücke nicht die Frage des Gottesglaubens in den Mittelpunkt, sondern den Umgang mit dem Unglück, teilt der Verlag mit. Es gehe im Wesentlichen um den Versuch, Unglück im Leben zu verstehen, zu wenden und sich zu trösten. (pro)

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