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Wandlung von einer Befürworterin zur Abtreibungsgegnerin

Von einer entschiedenen Abtreibungsbefürworterin zu einer Abtreibungsgegnerin - diesen ungewöhnlichen Weg hat die Amerikanerin Norma McCorvey hinter sich. Die "Frankfurter Rundschau" berichtet über eine Frau, die heute gegen Gerichtsbeschlüsse demonstriert, für die sie in den siebziger Jahren selbst gekämpft hat.
Von PRO

Foto: pro

"Die Bekehrte" heißt der Artikel in der Donnerstagsausgabe der FR. Autorin Nina Rehfeld schreibt darin über Norma McCorvey, die "Heldin der konservativen Christen". McCorvey war 1973 Klägerin im Prozess Roe gegen Wade, einem Meilenstein der US-Justizgeschichte. In dem Verfahren verankerte der Oberste Gerichtshof das Recht auf Abtreibung.

Die heute 62-jährige McCorvey wurde zwischen dem 16. und dem 20. Lebensjahr drei Mal schwanger. Die Kinder gab sie zur Adoption frei. Sie wollte das dritte Kind zwar abtreiben lassen, doch die Klinik hatte an dem Tag geschlossen. Schließlich arbeitete sie in der Abtreibungsindustrie.

Mit 20 wurde sie Anfang der siebziger Jahre unter dem Pseudonym Jane Roe eine bekannte Kämpferin für die amerikanische Frauenbewegung. Eine Anwältin bat sie, als Klägerin im Prozess gegen das Abtreibungsverbot zu klagen. Das Verfahren spaltete damals ganz Amerika und zählt zu den gesellschaftlich umstrittensten Entscheidungen in der Geschichte des Obersten Gerichtshofes der Vereinigten Staaten. Die Klägerseite gewann, seitdem fällt der Schwangerschaftsabbruch in den USA unter das Recht auf Privatsphäre und eine Abtreibung ist erlaubt.

Ein Abtreibungsgegner taufte sie

McCorvey selbst "verkroch" sich danach im Alkohol, berichtet sie, nahm später viele Drogen. Sie suchte in immer anderen Mitteln "das Richtige", wie sie heute sagt. Dann traf sie Flip Benham, der vor ihrer Abtreibungsklinik demonstrierte. "Wir waren für unsere lebhaften Unterhaltungen berühmt. Ich schrie ihn aus vollem Hals an, und er segnete mich aus vollem Hals. Es war scheußlich!" Benham erzählte ihr von seiner Bekehrung. Warum er eine Bibel unter dem Arm trage, fragte McCorvey ihn. "Als Erinnerung, dass ich ohne sie in Schwierigkeiten gerate", antwortete der Pastor. McCorvey: "Ich muss sagen: Diese Logik leuchtete mir ein." Sie ließ sich in einen Gottesdienst einladen und kam zum Glauben. "Am 8. August 1995 habe ich den Herrn Jesus Christus als meinen Heiland angenommen." Pastor Benham taufte sie.

McCorvey ist überzeugt: "Manches sollte niemals erlaubt sein, auch wenn wir es tun wollen. Mord etwa, Kindesmisshandlung und die Erlaubnis für Abtreibungsärzte, Frauen zu verletzen." Leben sei von Gott gegeben, und keine Frau dürfe es nehmen.

Heute bekämpft sie Gesetze, für die sie in den siebziger Jahren vor Gericht gegangen war. Im Jahr 2000 zog sie erneut gegen den Roe-gegen-Wade-Spruch vor Gericht – dieses Mal jedoch für die andere Seite. Sie lässt keinen Grund für Schwangerschaftsabbrüche gelten. "Auch eine Vergewaltigung macht ein Kind nicht weniger Kind." (PRO)

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