Im Norden Nigerias haben Bewaffnete zwei katholische Kirchen gestürmt und 163 Christen entführt. Das berichtet unter anderem „Der Spiegel“. Demnach hätten die Angreifer während der Sonntagsmesse die Eingänge der beiden Gotteshäuser im Bundesstaat Kaduna blockiert und 172 Menschen gefangen genommen. Neun von ihnen sind offenbar geflohen. Der Verbleib der Entführten ist unklar.
Erst im November hatte die Entführung von 300 Schülern aus einer katholischen Schule für Schlagzeilen gesorgt. 100 von ihnen kamen im Dezember wieder frei. Im Norden Nigerias kommt es immer wieder zu Massenentführungen. Hinter den Anschlägen stehen Medienberichten zufolge kriminelle Banden, aber auch islamistische Gruppen wie „Boko Haram“.
Verbrechen zuerst dementiert
Die Nachrichtenlage zum Verbrechen am Sonntag war zunächst unübersichtlich. Während Vertreter des christlichen Dachverbandes „Christian Association of Nigeria“ (CAN) auf die Entführung aufmerksam machten, dementierte der Polizeikommissar des Bundesstaates Kaduna, Alhaji Muhammad Rabiu, und nannte den Vorfall laut der Katholischen Presseagentur in Österreich, „kathpress“, eine „von Unruhestiftern verbreitete Lüge“.
Am Mittwoch aber berichtete der katholische Nachrichtendienst „Fides“, ein Sprecher der Bundespolizei habe die Entführung eingeräumt. Man habe anfänglich lediglich „unnötige Panik“ vermeiden wollen, „während die Fakten überprüft wurden”.
Nigeria ist ethnisch gemischt. Im Norden dominieren Muslime, im Süden Christen. Beide werden immer wieder Opfer von Angriffen. Zuletzt haben die USA in die schwelenden Konflikte eingegriffen und IS-Stellungen im Land bombardiert. Im Dezember warnte US-Präsident Donald Trump auf Sozialen Medien: „Frohe Weihnachten an alle, einschließlich der toten Terroristen, von denen es noch viel mehr geben wird, wenn sie weiterhin Christen abschlachten.“
Mich erschüttern zutiefst Berichte über die Entführungen von zahlreichen Christen im Bundesstaat Kaduna in #Nigeria 🇳🇬 Das genaue Ausmaß bleibt unbestätigt, doch klar ist: Die Sicherheit für die Menschen muss verbessert und gerade auch Kirchen müssen geschützt werden.
— Religions- u. Weltanschauungsfreiheitsbeauftragter (@ReligionBund) January 21, 2026
In Deutschland meldete sich am Mittwoch der Beauftragte der Bundesregierung für Religionsfreiheit, Thomas Rachel (CDU), zu Wort: „Die Sicherheit für die Menschen muss verbessert und gerade auch Kirchen müssen geschützt werden“, erklärte er via „X“.