Der ehemalige FDP-Politiker Volker Wissing wird als möglicher Nachfolger für das Amt des Präses in der EKD-Synode gehandelt. Er würde damit die Nachfolge von Anna-Nicole Heinrich antreten, die das Amt in der laufenden Amtsperiode bekleidet. Heinrich hatte gestern verkündet (PRO berichtete), dass sie diese Position nur für „begrenzte Zeit“ wahrnehmen wollte und daher nicht erneut kandidieren wird.
Wissing ist bekennender Christ und stammt aus einer reformierten Familie. Während seines Abiturs legte er die Prüfung zum Kirchenmusiker ab und war viele Jahre Organist in der Kirchengemeinde in Heuchelheim-Klingen in Rheinland-Pfalz. Als FDP-Politiker war er seit 2021 Bundesverkehrsminister und führte den Ministerposten auch nach dem Bruch der Ampelkoalition noch ein Jahr parteilos fort. In den letzten Monaten der Ampel-Regierung war er zudem noch Bundesminister der Justiz.
Laut „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“ gilt Wissing seit geraumer Zeit als möglicher Kandidat für den Posten als Präses. Dies sei bereits durch eine Podiumsdiskussion von Wissing und Heinrich Ende April am Berliner Gendarmenmarkt vorbereitet worden. Wissing solle dann im November von seiner pfälzischen Landeskirche in die EKD-Synode gewählt werden. Alternativ könnte er als wichtiger Funktionsträger auch von der EKD direkt in die Synode berufen werden.
Als Präses der EKD-Synode würde Wissing sich in eine lange Tradition berühmter Politiker in diesem Amt einreihen, das bereits von Gustav Heinemann, Jürgen Schmude oder Katrin Göring-Eckardt bekleidet wurde. Endgültig wird die Besetzung des Amtes aber erst bei der Wahl im April 2027 entschieden, wenn der nächste Präses gewählt wird.