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Virtuell das Versteck von Anne Frank aufsuchen

Am 12. Juni vor 80 Jahren bekam Anne Frank zum Geburtstag ein Tagebuch geschenkt. Wer sich das Versteck ansehen möchte, in dem die Familie hauste, kann dank Virtual Reality einen lebensnahen Eindruck davon bekommen.
Von Jörn Schumacher
Anne Frank Versteck, VR

Foto: Vertigo Games; Jörn Schumacher

Um das Versteck von Anne Frank und ihrer Familie anzuschauen, braucht es nicht unbedingt eine Reise nach Amsterdam – eine VR-Brille reicht auch

Am 12. Juni ist der Geburtstag von Anne Frank, der berühmten Jüdin aus Frankfurt, die in einem Amsterdamer Versteck mit ihrer Familie ausharrte, um den Nazis zu entkommen. Zugleich ist es ein Jahrestag für ihr berühmt gewordenes Tagebuch: An ihrem 13. Geburtstag, vor 80 Jahren, bekam es Anne Frank geschenkt.

Es wird an diesem Tag bundesweite Aktionen an Schulen gegen Antisemitismus und Rassismus geben, teilte das Anne Frank Zentrum in Berlin mit. Schulen erhalten Lernmaterialien zum Leben des Mädchens in der Zeit des Nationalsozialismus. Über 600 Schulen beteiligen sich daran. Das Anne Frank Zentrum in Berlin selbst bietet an diesem Tag ebenfalls öffentliches Programm bei freiem Eintritt an.

Anne Frank wurde am 12. Juni 1929 als Kind jüdischer Eltern in Frankfurt am Main geboren. Ihre Familie emigrierte 1933 nach der Machtübernahme der Nationalsozialisten nach Amsterdam. Als die deutschen Truppen auch in die Niederlande einmarschiert waren, versteckten sich Anne Frank und ihre Familie von 1942 bis 1944 in einem Amsterdamer Hinterhaus. Sein Tagebuch erhielt das Mädchen kurz zuvor am 12. Juni 1942 als Geburtstagsgeschenk. Darin schrieb sie über die Zeit des Untertauchens und über das Leben im Versteck.

Die Räume des Hinterhauses, in dem sich Familie Frank vor den Nazis versteckte, wie sie per VR-Brille aussehen

Nach ihrer Entdeckung und Verhaftung wurde die Familie deportiert. Anne Frank starb im Februar 1945 im Konzentrationslager Bergen-Belsen im Alter von 15 Jahren an den Folgen der Lagerhaft. Ihr Vater überlebte als einziger der Untergetauchten und veröffentlichte das Tagebuch seiner Tochter. Es erschien am 25. Juni 1947 unter dem Titel „Het Achterhuis“ (Das Hinterhaus) im niederländischen Contact-Verlag. Durch die Veröffentlichung ihres Tagebuchs wurde Anne Frank weltweit bekannt. Es wurde mittlerweile in mehr als 70 Sprachen übersetzt.

Kostenlose App erlaubt Zeitreise ins „Hinterhaus“

Wer das Haus in Amsterdam besuchen möchte, in dem sich die Familie versteckte, muss lange Wartezeiten über sich ergehen lassen, der Andrang ist groß. Doch wer sich einen Eindruck verschaffen will, wie die Menschen in den Versteck lebten, muss dafür nicht nach Amsterdam reisen: dank Virtual-Reality-Brille.

Am 12. Juni 2018, an dem Anne Frank 89 Jahre alt geworden wäre, veröffentlichte das Anne Frank Haus eine kostenlose interaktive App, die einen in das „Hinterhaus“ versetzt. Man betritt das Versteck durch die Tür, die hinter einem Regal versteckt war, geht die Treppen hinauf ins spärlich eingerichtet Wohnzimmer oder ins Badezimmer und kann sogar alle Gegenstände, die herumliegen, genauestens betrachten.

Die Klangkulisse tut ihr Übriges, sodass sich der Nutzer binnen weniger Minuten in das Versteckt versetzt fühlt. Man kann als Zeitreisender sogar nach manchen Gegenständen greifen und etwa Bücher in die Hand nehmen. Eine Sprecherin liest passende Stellen aus dem Tagebuch Anne Franks vor. Selten war Geschichtsunterricht so greifbar und faszinierend!

Die Tour, die in sieben Sprachen übersetzt wurde, unter anderem in Deutsch, dauert ungefähr 25 Minuten. In der kostenfreien VR-App sind alle Zimmer des Hinterhauses im Stil der 1940er Jahre eingerichtet. Entwickelt wurde die mehrfach preisgekrönte App von der niederländischen Entwicklerstube „Vertigo Games“. Der virtuelle Rundgang wird von Dutzenden Museen und Einrichtungen weltweit genutzt, Besitzer einer VR-Brille wie Oculus Go, Rift und Quest können die App aber auch selbst herunterladen und auf der Brille installieren.

Für jeden, der bereits eine VR-Brille besitzt, ist diese App Pflicht; für alle anderen ein ernsthafter Anlass, über die Anschaffung nachzudenken.

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