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“Vielen Abgeordneten ist der Glaube sehr wichtig”

Durch die Kirchen vermittelte Werte spielen für viele Bundestagsabgeordnete bei ihrer Entscheidungsfindung eine wichtige Rolle. Dies betonte Bundestagspräsident Norbert Lammert (CDU) bei der Auftaktveranstaltung der 20. "Tage der Begegnung" in Berlin.
Von PRO

Foto: pro

Lammert erklärte, dass er persönlich gerne bereit sei, über seinen christlichen Glauben zu sprechen – allerdings gebe es in seinem politischen Arbeitsfeld Momente, in denen das kontraproduktiv sein könne. "Als ich beispielsweise den Papst im Bundestag begrüßt habe, habe ich das nicht als gläubiger Katholik, sondern in meiner Rolle als Parlamentspräsident getan – in dem Wissen, dass es im Haus auch Menschen gibt, die mit der Rede nicht einverstanden sind."



Auf die Frage nach dem "allgemeinen Werteverfall" in Deutschland antwortete Lammert, dass dieser eine "Massensuggestion" sei: "Werte werden den Menschen nicht unwichtiger. Es ist aber ein zunehmender Spagat zwischen der Kirchenbindung der Menschen und ihrer Werteorientierung zu beobachten. Werte sind auch denen wichtig, die nicht zur Kirche gehen."

Lammert kritisierte, dass insbesondere das deutsche Fernsehen zu wenig über Politik berichte und mehr Wert auf die Verpackung als auf die inhaltliche Substanz lege. "Keine noch so ‘spannende’ politische Talkshow kann die langweiligste Parlamentsdebatte ersetzen – weil eben die Entscheidungen im Parlament getroffen werden und nicht im Fernsehstudio."

Glaube bei schwierigen Entscheidungen eine Hilfe

"Das Vorurteil, FDPler seien gegen die Kirche, stimmt nicht" sagte der parlamentarische Geschäftsführer der FDP-Fraktion, Otto Fricke. Er verwies darauf, dass mittlerweile die halbe Fraktion im Arbeitskreis "Christen in der FDP" engagiert sei: "Wir Christen halten uns nicht für etwas Besseres. Der Glaube ist uns bei schwierigen Entscheidungen eine Hilfe, aber das heißt nicht, dass wir automatisch bessere Entscheidungen treffen", so der FDP-Finanzexperte.

Zu dem Einladerkreis gehören auch die Präses der EKD-Synode Katrin-Göring Eckardt (Bündnis 90/Die Grünen) und Dietmar Nietan (SPD), die am Donnerstag in Workshops über Politik und Werte sprechen werden. SPD-Fraktionschef Frank-Walter Steinmeier musste seine Teilnahme aus terminlichen Gründen absagen.

170 Teilnehmer zwischen 18 und 28 Jahren waren der Einladung von Hermann
Gröhe (CDU), Dietmar Nietan (SPD), Otto Fricke (FDP) und Katrin Göring-Eckardt (Bündnis90/Die Grünen) gefolgt. Die Vorträge und Workshops finden vom 28. bis 30. September im Jugendgästehaus der Berliner Stadtmission und in den Fraktionssälen im Reichstag statt. Die "Tage der Begegnung" werden unter anderem von der Bundeszentrale für politische Bildung, Deichmann SE und dem Christlichen Medienverbund KEP gefördert. (pro)

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