Das christliche Medienmagazin

Verbandschef: Suizidassistenz kein Angebot evangelischer Krankenhäuser

Ärztlich assistierter Suizid soll kein reguläres Leistungsangebot von kirchlichen Krankenhäusern sein. Das hat der Vorsitzende des Deutschen Evangelischen Krankenhausverbandes, Christoph Radbruch, betont.
Von PRO
Das Bundesverfassungsgericht leite aus dem Recht, Suizidbeihilfe in Anspruch zu nehmen, keine Verpflichtung für Ärzte ab, diese Suizidhilfe auch zu leisten

Foto: Online Marketing on Unsplash

Das Bundesverfassungsgericht leite aus dem Recht, Suizidbeihilfe in Anspruch zu nehmen, keine Verpflichtung für Ärzte ab, diese Suizidhilfe auch zu leisten

Für den Vorsitzenden des Deutschen Evangelischen Krankenhausverbandes, Christoph Radbruch, kann ärztlich assistierter Suizid kein reguläres Leistungsangebot von kirchlichen Krankenhäusern sein. Es gehöre zum Profil kirchlicher Krankenhäuser, Anwälte des Lebens zu sein. „Dies hat zur Folge, dass Menschen, die in der Situation einer schweren Krankheit den Wunsch äußern, ihr Leben zu beenden, Hilfen aus dem Bereich der Palliativmedizin und -pflege angeboten werden“, schreibt der Theologe in einem Gastbeitrag für den Fachdienst epd sozial des Evangelischen Pressedienstes.

Das Bundesverfassungsgericht hatte vor gut einem Jahr das gesetzliche Verbot der organisierten Sterbehilfe gekippt. Führende Protestanten, darunter Diakonie-Präsident Ulrich Lilie, hatten sich in einem Gastbeitrag in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung in der vergangenen Woche für die Möglichkeit der Suizidassistenz auch in kirchlichen Einrichtungen ausgesprochen.

Die Kirchen achteten die Selbstbestimmung der Patienten, schreibt Radbruch. „In kirchlichen Krankenhäusern ist der Patientenwille ein hoher Wert. Deswegen ist der Sterbewunsch von Patientinnen und Patienten zu respektieren und eine moralische Verurteilung wird der existenziellen Not der Betreffenden nicht gerecht.“ Aus diesem Respekt vor der autonomen Entscheidung des Einzelnen könne aber kein Handlungsauftrag für das kirchliche Krankenhaus abgeleitet werden. Auch das Bundesverfassungsgericht leite aus dem Recht, Suizidbeihilfe in Anspruch zu nehmen, keine Verpflichtung für Staat, Krankenhäuser oder Ärztinnen und Ärzte ab, diese Suizidhilfe auch zu leisten, erläutert Radbruch.

Der evangelische Verbands-Chef räumt ein, dass es auch in kirchlichen Krankenhäusern dazu kommen kann, dass Menschen mit schweren Erkrankungen kurz vor dem Tod um Hilfe beim Suizid bitten „und die Ärzte in eine Dilemmasituation kommen“. Diese Fälle entziehen sich nach Radbruchs Auffassung „der moralischen Beurteilung und sind auch nicht durch strafrechtliche Regelungen zu fassen.“ Die genauen organisationsethischen Implikationen für ein evangelisches Krankenhaus könnten allerdings erst geklärt werden, nachdem die vom Bundesverfassungsgericht geforderte Änderung des Gesetzes zum assistierten Suizid vorliege.

Von: epd

Helfen Sie PRO mit einer Spende
Bei PRO sind alle Artikel frei zugänglich und kostenlos - und das soll auch so bleiben. PRO finanziert sich durch freiwillige Spenden. Unterstützen Sie jetzt PRO mit Ihrer Spende.

Diskutieren Sie mit!

Wir freuen uns, wenn Sie uns Ihre Meinung sagen. Gerne klar, ehrlich, prägnant – aber bitte immer respektvoll, damit sich viele Menschen mit unterschiedlicher Meinung beteiligen. Daher achten wir besonders auf eine respektvolle Debattenkultur.
Jeder Leserkommentar wird vor der Veröffentlichung geprüft. Bitte beachten Sie dazu unsere Kommentar-Richtlinien. Manchmal kann es etwas dauern, bis ein Kommentar freigeschaltet ist. Sie haben ab Veröffentlichung sieben Tage Zeit, einen Artikel zu kommentieren. Danach wird der Kommentarbereich automatisch geschlossen.

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahren Sie mehr darüber, wie Ihre Kommentardaten verarbeitet werden.

Offline, Inhalt evtl. nicht aktuell

PRO-App installieren
und nichts mehr verpassen

So geht's:

1.  Auf „Teilen“ tippen
2. „Zum Home-Bildschirm“ wählen