Das US-Außenministerium hat angekündigt, rund zwei Milliarden Dollar für die Gesundheits- und humanitäre Hilfe weltweit an „glaubensbasierte“ Hilfswerke zur Verfügung zu stellen. Das geht aus einer Pressemitteilung des Außenministeriums von Anfang August hervor. Demnach handele es sich dabei um die größte finanzielle Zuwendung an solche Hilfswerke der vergangenen 20 Jahre.
Mit rund 1,4 Milliarden Dollar soll der größte Teil des Geldes in die Gesundheitsversorgung von rund 20 Ländern fließen. Mit dem Geld sollen bis zu 2.500 „glaubens- und gemeinschaftsbasierte“ Krankenhäuser unterstützt und 30.000 Menschen im Gesundheitssektor ausgebildet werden. Rund 850 Millionen Dollar sollen über fünf Jahre an „World Vision“ und ein Bündnis lokaler glaubensbasierter Partner gehen.
Gemäß den Plänen des Außenministeriums sollen 570 Millionen Dollar in Absprache mit den jeweiligen Ländern direkt in „glaubens- und gemeinschaftsbasierte“ Krankenhäuser fließen. Laut Außenministerium sei durch diese Krankenhäuser sichergestellt, dass mindestens 80 Prozent der Mittel tatsächlich in die Versorgung von Patienten fließen. Bei staatlichen Krankenhäusern liege der Wert aufgrund fehlender Optimierung der Verwaltungskosten bei 35 bis 40 Prozent.
Die jeweilige Unterstützung der einzelnen Länder ist in der globalen Gesundheitsstrategie „America first“ der US-Administration beschrieben. Diese sieht in der Unterstützung der Gesundheitsversorgung vieler afrikanischer Länder auch ein Mittel, um die USA vor globalen Pandemien zu schützen. Mit mehr als 30 Ländern haben die USA entsprechende individuelle Absichtserklärungen unterzeichnet.
Nur christliche Organisationen
Weitere 538 Milliarden Dollar stellt das Außenministerium an „vertrauenswürdige Partner“ für humanitäre Nothilfe zur Verfügung, darunter „Samaritan’s Purse“ und ein Bündnis unter Leitung von „World Vision“ und „Compassion International“.
Aus den Berichten des Außenministeriums geht nicht hervor, dass auch die Arbeit nichtchristlicher Organisationen finanziell unterstützt wird. Wie die Zeitschrift „National Catholic Reporter“ berichtet, äußerte die jüdische Hilfsorganisation „American Jewish World Service“ (AJWS) deswegen Kritik. „Obwohl AJWS eine auf ihren Glauben basierende Organisation ist, wurden wir nicht konsultiert und erfuhren erst durch eine Pressemitteilung des Außenministeriums von dieser Finanzierung.“ Andere werfen der Regierung vor, die Entwicklungshilfe nach religiösen Gesichtspunkten umzustrukturieren.
Im Vorjahr hatte die Trump-Administration das Aus der US-Entwicklungsbehörde USAID verkündet. Ein Großteil der von USAID unterstützten Projekte wurde daraufhin vonseiten der USA gekündigt, wenige werden im Außenministerium fortgeführt. Im letzten Jahr vor Trumps zweiter Amtszeit hatte USAID ein Budget von rund 43 Milliarden Dollar zur Verfügung.