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USA: „Das Auto wird zum Beichtstuhl“

In Amerika dürfen änlich wie hierzulande keine Veranstaltungen mit Menschenmassen abgehalten werden. Die katholischen Diözesen werden auch in Übersee kreativ, wenn es um das Abhalten der üblichen Sakramente geht – zum Beispiel wie Katholiken auch in Zeiten von Coronavirus und zwischenmenschlichem Mindestabstand die Beichte ablegen können.
Von Jörn Schumacher
Ein katholischer Priester im US-Bundesstaat Maryland wurde besonders kreativ angesichts des Versammlungs- und Gottesdienstverbotes: Die Beichte können seine Gläubigen vom Auto aus ablegen.

Foto: St. Edward the Confessor Catholic Church / Facebook

Ein katholischer Priester im US-Bundesstaat Maryland wurde besonders kreativ angesichts des Versammlungs- und Gottesdienstverbotes: Die Beichte können seine Gläubigen vom Auto aus ablegen.

Pater Scott Holmer von der St. Edward the Confessor Parish in Bowie im US-Bundesstaat Maryland hat sich Gedanken gemacht, wie Katholiken auch in Zeiten von Coronavirus und zwischenmenschlichem Mindestabstand zur Beichte gehen können. Wie das amerikanische Portal Catholic News Service berichtet, hatte Holmer nur wenige Minuten nach Bekanntwerden des Versammlungsverbotes eine Idee, die er kurzerhand umsetzte: Er packte sich seine purpurfarbene Robe, einen Stuhl und Verkehrspylonen und setzte sich auf die Straße. Seminarist Joe McHenry half, die Autos zu delegieren, und Holmer konnte seinen „Drive-in-Beichtstuhl“ in Betrieb nehmen. Wenn Gläubige kamen, die anonym eine Beichte ablegen wollte, verband sich Pater Holmer einfach die Augen.

„An diesen Stellen können wir Priester kreativ werden, um die Menschen zu Christus zu bringen, wenn wir es nicht in den üblichen Kirchengebäuden tun können“, sagte Holmer. „Wir müssen Christus zu den Menschen jetzt bringen, ohne dabei die Infektion zu verbreiten.“

Die Besucher müssen ihr Auto nur dann verlassen, wenn es sich um mehrere Insassen handelt; dann können sie sich nacheinander auf den Fahrersitz setzen und beichten. „Das Auto wird zum Beichtstuhl“, sagt Holmer.

Die Reaktionen in der Gemeinde seien durchweg positiv, so der Priester. Er weitete die Aktion daher über die normalen Beichtzeiten hinaus aus. Am Montag, Mittwoch und Freitag sitzt er zusätzlich ab 8.45 Uhr und am Dienstag und Donnerstag ab 19.30 Uhr und am Mittwoch zudem von 19 bis 20 Uhr auf dem Parkplatz. Am Sonntag sitzt er von 7.30 Uhr bis 12.30 Uhr. Nur eine Ausnahme gibt es: Wenn es regnet, macht der mobile Beichtstuhl zu.

Von: Jörn Schumacher

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