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USA: Christliche Anlagefonds boomen

W a s h i n g t o n (PRO) - In den USA gibt es Anlagefonds, die nur in Unternehmen investieren, die mit christlichen Werten vereinbar sind. Doch nicht nur das: die "Faith-based funds" sind teilweise erfolgreicher als andere, berichtet "Spiegel Online".
Von PRO

In den USA, „god’s own country“, gibt es nicht nur christliche Fitness-Center, ein christliches Fett-weg-Programm oder Autowerkstätten in der Kirchengemeinde, Gläubige können sich auch spezielle christliche Geldanlagen aussuchen. Die Alltäglichkeiten des normalen Lebens liegen in den USA eben oft viel enger am christlichen Glauben als anderswo.

Die US-Fondsgruppe „Timothy Plan“ achtet streng darauf, dass sie „bibeltreu“ Investitionen tätigt, das heißt: moralisch vertretbar und nach dem Motto „Pro family“. Nebenbei sind sie äußerst gewinnbringend. „Das Unternehmen erreicht eine höhere Rendite als die meisten Hedgefonds“, schreibt „Spiegel Online“ – „Geldanlage im Namen des Herren“.

17 Prozent Rendite mit christlichem Kurs

Insgesamt gibt es in den USA 36 derartige Fonds, die ihre Anlagestrategie nach streng religiösen Kriterien ausrichten. „Faith-based funds“ heißen sie. Der erfolgreichste dieser Anbieter ist das Unternehmen Timothy Plan. Wie die „Financial Times“ berichtet, schneidet es in seiner Branche am besten ab. Timothy Plan erwirtschaftete im vergangenen Jahr eine Rendite von 17 Prozent – trotz Hypothekenkrise und schwächelnder Konjunktur. In den vergangenen fünf Jahren bekamen die Anleger sogar 18,6 Prozent pro Jahr ausgezahlt.

„Damit hängt Timothy Plan sämtliche Wettbewerber ab, einschließlich des Amana Trusts, der nach islamischen Grundsätzen investiert“, schreibt „Spiegel Online“. „Auch die katholische Konkurrenz von der Ave Maria Gruppe lassen die ‚Bibeltreuen‘ hinter sich. Ebenso den presbyterianischen New Convenant Fund und den baptistischen Guidestone Fund, der allein mehr als zehn Milliarden Dollar verwaltet.“

Milliarden-Boom der „Faith-based funds“

Timothy Plan investiert ausschließlich in Unternehmen, die „das Leben schützen“ – also in keinerlei Zusammenhang mit Abtreibung gebracht werden können. Zudem heißt es auf der Firmen-Webseite: „Wenn Sie sich über moralische Themen Sorgen machen (Pornografie, unverheiratete Paare, Alkohol, Tabak), dann sind Sie bei uns genau richtig.“ Firmen, die etwa gleichgeschlechtlichen Paaren Rabatte einräumen, erhalten von Timothy Plan kein Geld. Dadurch werden Aktien von rund 250 der 500 größten US-Unternehmen von der christlichen Anlagefirma nicht gekauft.

Timothy Plan wurde 1994 gegründet, mittlerweile verwaltet die Fondsgruppe ein Anlagekapital von 500 Millionen Dollar. Der Gründer und Präsident des Unternehmens, Arthur Ally, wollte einen Anlagefonds schaffen, der auf den Prinzipien beruht, wie sie in 1. Timotheus 5 und Epheser 5 genannt werden – daher stammt auch der Name der Firma. In 1. Timotheus 5,22 heißt es etwa: „Habe nicht teil an fremden Sünden! Halte dich selber rein!“

„Insgesamt wächst die Glaubensbranche rasant“, so „Spiegel Online“. „Vor zehn Jahren hatten die Anleger den ‚faith-based funds‘ noch 400 Millionen Dollar anvertraut. Heute sind es laut Branchendienst Morningstar schon 17 Milliarden.“

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