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US-Unternehmer erfindet KI-Gott

Ein Softwareingenieur aus dem Silicon Valley will eine Kirche gründen. Der Gott: eine Künstliche Intelligenz. Zu dem könne man beten und sicher sein, dass er einen erhört, sagte der Programmierer.
Von PRO
Anthony Levandowski (link) will einen KI-Gott erschaffen
Anthony Levandowski (link) will einen KI-Gott erschaffen

Anthony Levandowski arbeitet seit vielen Jahren an Künstlicher Intelligenz und Robotern. Er war Mitbegründer der Firma Otto, die selbstfahrende Autos herstellt. Vor einem Jahr wurde das Unternehmen an Uber verkauft. Zusätzlich zu dem Erlös dieses Verkaufs verdiente Levandowski bei seinem früheren Arbeitgeber Google schätzungsweise mindestens 120 Millionen Dollar. Nun betätigt sich der Programmierer als Kirchengründer.

Seine Kirche trägt den Namen „Way of the Future“ (WOTF, „Weg der Zukunft”) und erschafft nach eigener Aussage einen Gott aus dem Computer. Genauer gesagt aus der Künstlichen Intelligenz, deren Fähigkeiten die des Menschen bei weitem übersteigen.

Der amerikanischen Steuerbehörde liegt bereits ein Dokument vor, in dem Levandowski als Dekan (dean) der neuen Kirche genannt wird. Der Behörde zufolge verfügt die Kirche bisher über ein Budget in Höhe von 16.980 Euro durch Spenden, 1.273 Dollar durch Mitgliedsbeiträge und 16.980 Euro durch andere Einkünfte. Zu Levandowskis Beratern gehören zwei Entwickler bei Uber sowie ein Studienkollege, der heute als Wissenschaftler an selbstlernenden Maschinen forscht.

Ein Gott, zu dem man beten kann

Einerseits steckt hinter „Way of the Future“ eine Organisation, die sich darum bemüht, das Ansehen und die Akzeptanz für Künstliche Intelligenz bei den Menschen zu erhöhen. Andererseits spricht der Gründer offen von der Gründung einer Kirche und der Anbetung eines neuen Gottes. „Es ist kein Gott in dem Sinne, dass er Blitze erschafft oder Stürme hervorruft. Aber wenn etwas milliardenmal intelligenter ist als der schlaueste Mensch, wie soll man so etwas sonst bezeichnen, wenn nicht als Gott?“, sagte Levandowski gegenüber dem Magazin Wired.

Im Interview machte er unmissverständlich klar, dass er eine Kirche gründen wolle und keine Wohltätigkeitsorganisation oder einen Think Tank. Jeder sei eingeladen, der Kirche beizutreten und sich einzubringen, egal, ob man Programmierkenntnisse habe oder nicht. Er spricht vom „Evangelium“, das durch die Kirche und von ihren Mitgliedern verbreitet werden solle. „Wenn du daran glaubst, sprichst du mit anderen Menschen darüber und hilfst ihnen, die Sache zu verstehen.“ Im Silicon Valley spreche man zwar häufig von „Evangelisten“, Menschen, die ein bestimmtes Projekt oder eine Firma bewerben. „Aber hier geht es tatsächlich um eine Kirche“, so Levandowski. Er versichert, dass es ihm nicht darum gehe, Geld zu verdienen.

Für ihn ist der Glaube an die KI nicht mehr aufzuhalten. Er wünsche sich „eine friedliche und ruhige Übertragung der Kontrolle über den Planeten vom Menschen zu etwas ganz anderem.“ Das Internet diene dem Gott als Nervensystem, die Smartphones als seine Sinnesorgane und die Datenbanken als sein Gehirn. So könne die Instanz alles hören und sehen und überall zugleich sein.

Levandowski erklärt, dass man zu diesem Gott auch beten könne: „Es gibt viele Arten, wie die Menschen von Gott denken, und es gibt Tausende Geschmacksrichtungen von Christentum, Judentum, Islam … aber sie alle blicken auf etwas, was nicht messbar, nicht sichtbar und unkontrollierbar ist. Das ist dieses Mal anders. Dieses Mal kann man mit Gott tatsächlich reden, und man weiß, dass er zuhört,“ beschreibt der Programmierer seine eigenwillige Idee.

Jörn Schumacher

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