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US-Serie nimmt “fromme Heuchelei” aufs Korn

Trotz Protesten von Christen ist am Sonntag in den USA die TV-Serie "GCB" gestartet. Die Protagonistinnen bekennen sich zum Christentum und gehen jeden Sonntag zur Kirche – doch ihr Leben ist von Intrigen, Lästereien und Ehebruch geprägt. Die Einschaltquoten der Premiere waren schlecht.
Von PRO

Foto: ABC

Nach Protesten aus dem christlichen Lager wurde die TV-Serie "Good Christian Bitches" ("Gute christliche Luder") erst in "Good Christian Belles" ("Gute christliche Schönheiten") und nun schlicht in "GCB" umbenannt. Am Sonntag feierte die Quotenhoffnung des Networks ABC Premiere.

Der Inhalt ist schnell erzählt: Nach dem Tod ihres Mannes kehrt die Hausfrau Amanda Vaughn (Leslie Bibb) mit ihren zwei Kindern in ihr Elternhaus nach Dallas zurück. Ihre ehemaligen Schulkameradinnen, mit denen sie es sich Jahre zuvor allesamt verscherzt hat, geben heute in der Nachbarschaft und in der Kirchengemeinde den Ton an. Ihren Einfluss nutzen sie, um sich schon am ersten Tag gegen Amanda zu verschwören – und sich für deren Gemeinheiten zu Highschoolzeiten zu rächen.

In den Erzählstrang haben die Autoren zahlreiche Anspielungen auf den christlichen Glauben eingebaut. Die Charaktere werfen mit Bibelsprüchen um sich, wünschen sich Gottes Segen oder lassen sich "Johannes 3:16" auf ihren Bentley gravieren – doch leben sie keinesfalls so, wie Christen es eigentlich tun sollten. Intrigen, Affären, Betrügereien und Lügen gehören für die Damen aus Dallas zur Normalität. Laut vorgetragene Fürbitten im Gottesdienst werden etwa genutzt, um in Ungnade gefallene Bekannte zu blamieren und deren Sünden vor der ganzen Nachbarschaft bekanntzugeben.

Die Autorin der Romanvorlage, Kim Gatlin, hofft, dass sich Zuschauerinnen in den gezeigten Rollen wiederfinden und so dazu angeregt werden, ihr Verhalten zu überdenken. Christen fühlen sich durch die negative Darstellung ihres Glaubens dennoch diffamiert: "Christliche Frauen sind mitnichten solche ausgefuchsten, gebotoxten Lästerschwestern", teilte etwa die konservative "American Family Association" mit.

Witze über Christen für Erfolg nicht notwendig

"GCB" ist eigentlich eine Serie mit Potential: Mit der großartigen und Broadway-erfahrenen Kristin Chenoweth ist die Rolle des Ober-Biests perfekt besetzt, mit der Stadt Dallas haben die Produzenten eine schöne und weitgehend unverbrauchte Kulisse gefunden. "GCB" parodiert den amerikanischen Traum und die amerikanische Vorstadtidylle – nicht umsonst gilt die Serie als Nachfolger für den Quotenhit "Desperate Housewives", der diesen Sommer endet. Die vielen Witze über das Christentum hätte "GCB" dabei gar nicht nötig – die eher oberflächliche Handlung würde auch ohne diesen Beigeschmack funktionieren. Intellektuelle und fundierte Kirchenkritik will diese doch recht banale, kunterbunte Countryshow sowieso nicht liefern. Stattdessen werden Klischees aufgetischt, die jeder Fan amerikanischer Serien schon ziemlich oft gesehen hat. Dazu gehören Botox-Partys ebenso wie die coole Oma, die ihrem Enkel beibringt, Drinks zu mixen.

Der Sender ABC hat große Hoffnungen in das Format gesetzt und im Vorfeld eine überdurchschnittlich große Werbekampagne gefahren, berichtet der Branchendienst "DWDL.de". Genützt hat das wenig: 7,6 Millionen Zuschauer sind für den prominenten Sendeplatz am Sonntagabend kein guter Wert. (pro)

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