US-Sender verweigert christlichen und unchristlichen Jesus-Spot

Der US-Fernsehsender Fox hat die Ausstrahlung eines Werbeclips der evangelistischen Internetseite lookup316.com verweigert. Ein Spot der Seite JesusHatesObama.com ("Jesus hasst Obama") wurde ebenfalls abgelehnt. Die Spots sollten während des Endspiels der Football-Saison ("Super Bowl") ausgestrahlt werden. 
Von PRO

In dem christlichen Werbespot sind Freunde in einem Wohnzimmer zu sehen, die zusammen ein Football-Spiel anschauen. Einer der Spieler trägt – wie es im amerikanischen Sport des Öfteren vorkommt – den Verweis auf die Bibelstelle Johannes 3, Vers 16 ("John 3,16") als Gesichtsbemalung. Die Fernsehzuschauer fragen sich, was das bedeuten soll, einer von ihnen zückt sein Handy, um im Internet nachzuforschen. Dann wird der Schriftzug "lookup316.com – A Message of Hope" ("Eine Botschaft der Hoffnung") eingeblendet.

Mehr passiert in dem 30 Sekunden langen Werbeclip nicht. Auf der beworbenen Homepage wird in wenigen Worten das Evangelium erklärt und auf eine Online-Bibel verwiesen. Für den US-Sender Fox reicht das, um die Ausstrahlung des Werbespots abzulehnen: Laut der Onlinezeitung "Christian Post" lehnten die Verantwortlichen den Spot wegen zu viel "religiöser Doktrin" ab.

"Jesus hasst Obama": Auch unchristliche Werbebotschaft abgelehnt

Dass die strengen Kontrollen des Senders auch sinnvoll sein können, zeigt ein anderes Beispiel: In einem ebenfalls abgelehnten Werbespot der Internetseite "JesusHatesObama.com" ("Jesus hasst Obama") sind zwei Puppen zu sehen, deren Aussehen an US-Präsident Barack Obama und Jesus Christus erinnern. Die Obama-Puppe nickt mit dem Kopf zu dem patriotischen Lied "The Battle Hymn of the Republic" (besser bekannt als "Glory, Glory Halleluja"), während die Jesus-Figur dies missmutig mit ansieht. Offenbar durch die magische Kraft der Jesus-Figur fällt die Obama-Puppe plötzlich in ein Goldfischglas, woraufhin "Jesus"  sehr fröhlich dreinblickt und auf sein T-Shirt verweist: "Jesus hates Obama", also "Jesus hasst Obama", ist darauf zu lesen. Auf der zugehörigen Homepage können Produkte mit dem Slogan erworben werden. Der Online-Shop hat offenbar keinen christlichen Hintergrund, die linke Online-Zeitung "Huffington Post" spricht von einer "konservativen Scherzseite".

Fox: Spot ist "inakzeptabel"

Wie die "Huffington Post" weiter meldet, bezeichnete ein Sprecher des Fernsehsenders Fox den Werbespot als "inakzeptabel", er könne nicht in der Pause des Endspiels ausgestrahlt werden.

Das Endspiel der Football-Saison, der "Super Bowl", ist mit durchschnittlich 90 Millionen US-Zuschauern ein alljährliches Großereignis im amerikanischen Fernsehen. Die in den Pausen gezeigten Werbespots werden meist eigens für das Ereignis und mit großem Aufwand produziert. 2009 kostete ein 30-Sekunden-Spot in der Werbepause des "Super Bowl" drei Millionen US-Dollar. (pro)

http://lookup316.com/
Helfen Sie PRO mit einer Spende
Bei PRO sind alle Artikel frei zugänglich und kostenlos - und das soll auch so bleiben. PRO finanziert sich durch freiwillige Spenden. Unterstützen Sie jetzt PRO mit Ihrer Spende.

Ihre Nachricht an die Redaktion

Sie haben Fragen, Kritik, Lob oder Anregungen? Dann schreiben Sie gerne eine Nachricht direkt an die PRO-Redaktion.

Offline, Inhalt evtl. nicht aktuell

PRO-App installieren
und nichts mehr verpassen

So geht's:

1.  Auf „Teilen“ tippen
2. „Zum Home-Bildschirm“ wählen